Skandal an Städtischer Klinik: Ärzte verweigern Vergewaltigungs-Opfer (8) Hilfe

Stettin - Im Städtischen Krankenhaus in Stettin weigerten sich die Ärzte, einem Mädchen (8) zu helfen: Doch die Mutter ist sich sicher, dass ihre Tochter vergewaltigt wurde.

Dem kleinen Mädchen wurde die Untersuchung durch einen Facharzt verweigert. (Symbolbild)
Dem kleinen Mädchen wurde die Untersuchung durch einen Facharzt verweigert. (Symbolbild)  © 123RF/Artit Oubkaew

Fast einen Tag lang suchte die Mutter nach einem Arzt, der ihre kleine Tochter untersuchen würde. Ihr Verdacht: Ein Schüler im Teenageralter soll das Kind vergewaltigt haben, berichtet das polnische Nachrichtenportal "Polsat News".

Zunächst bat die Frau in einer gynäkologischen Ambulanz um Hilfe, später in der Krankenhausnotaufnahme für Kinder. Überall wurde eine Untersuchung verweigert, das mögliche Vergewaltigungsopfer weggeschickt.

Die Staatsanwaltschaft prüft nun die Umstände des Vorfalls und warum die dringende Untersuchung durch eine Frauenärztin oder einen -Arzt abgelehnt wurde.

Außerdem wurde das Familiengericht eingeschaltet, weil der mutmaßliche Täter ebenfalls minderjährig ist.

Ersten Ermittlungen zufolge soll ein diensthabender Arzt der Mutter am Telefon versichert haben, dass die Achtjährige in der Klinik aufgenommen wird. Vor Ort habe dann aber ein anderer Arzt die Untersuchung abgelehnt.

"Es tut uns sehr leid, dass es in unserem Krankenhaus zu diesem Vorfall gekommen ist", sagte Joanna Woźnicka, Sprecherin des Krankenhauses in Stettin, gegenüber "Polsat News". Sie bestätigte, dass derzeit auch eine interne Untersuchung zu dem unfassbaren Vorgehen laufe.

Das Versagen des Krankenhauses

Die Sprecherin gab weiterhin zu, dass die bei einer Vergewaltigung geltenden Verfahren komplett missachtet worden seien. Mutter und Kind hätten quasi rund um die Uhr die so dringend benötigte Hilfe erhalten müssen.

Jeder einzelne Mitarbeiter müsse zudem wissen, wie er sich in Situationen von Vergewaltigung, Belästigung oder Missbrauch von Kindern und Erwachsenen verhalten solle und welche Institutionen oder staatlichen Stellen informiert werden, fügte Woźnicka hinzu.

Staatsanwältin Joanna Biranowska-Sochalska, Sprecherin der Bezirksstaatsanwaltschaft in Stettin, sagte: "Wir prüfen, ob das betreffende Krankenhauspersonal, das einem minderjährigen Opfer ärztliche Hilfe leisten muss, möglicherweise vom Dienst freigestellt oder sogar suspendiert wird, und ob sogar andere Unregelmäßigkeiten vorliegen."

Titelfoto: 123RF/Artit Oubkaew

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