Steuerprozess. Architekt kommt unbeschadet weg

Mussten als Geschäftsfreunde vor Gericht: Peter A. (63, l.) und Olaf P. (46).
Mussten als Geschäftsfreunde vor Gericht: Peter A. (63, l.) und Olaf P. (46).

Von Ronny Licht

Chemnitz - Seltsames Franchise-System... Als Architekt war Peter A. (63) bis zu seiner Pensionierung vor sechs Jahren eine sichere Bank in Chemnitz. Renommiert, anerkannt, in hohen Kreisen beliebt.

Doch eine Finanz-Konstruktion, welche er gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Olaf P. (46) zu verantworten hatte, brachte ihn am Montag vors Amtsgericht. Die Anklage: Steuerhinterziehung.

„Ich war der Künstler, er war der Kaufmann“, erklärte der Architekt gestern. Darum ging’s in der Anklage: Mit einem fingierten Franchise-System sollen die beiden mit ihrer Immobilien- und Planungsfirma insgesamt rund 700.000 Euro in die Schweiz verschoben haben, dem Finanzamt Hohenstein-Ernstthal sollen durch falsche Steuererklärungen rund 200.000 Euro entgangen sein.

Olaf P. legte sofort ein Geständnis ab: „Es tut mir leid. Das war alles sehr dämlich. Ich will das Kapitel jetzt abschließen.“ Architekt Peter A. gab zu: „Ja, ich hab als Geschäftsführer mit unterschrieben. Aber die Zahlen waren mir immer egal. Wir hatten das strikt getrennt.“

Absicht konnte das Gericht nicht erkennen - Peter A. kam mit einer Einstellung gegen 5000 Euro Zahlung an ein Sozialprojekt davon. Härter traf es OIaf P.: Er muss 22400 Euro Strafe zahlen. Ihre Schulden haben beide inzwischen beim Finanzamt beglichen.

Foto: Haertelpress


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