Wegen 700 Gramm Übergewicht: Airline feuert langjährige Stewardess!

Malaysia - Sie arbeitete 25 Jahre als Flugbegleiterin für Malaysia Airlines. Jetzt ist Ina Meliesa Hassim ihren Job los. Doch nicht etwa, weil sie Fluggäste bepöbelt hätte, oder betrunken zur Arbeit erschienen wäre, sondern weil sie etwas über ein Pfund (!) über der Gewichtsgrenze lag!

Ein Flieger der Malaysia Airlines. Ina Hassim wird zukünftig keine Gäste mehr auf den Flügen begleiten können.
Ein Flieger der Malaysia Airlines. Ina Hassim wird zukünftig keine Gäste mehr auf den Flügen begleiten können.  © Christoph Schmidt/dpa

Nein, kein Scherz. Ein Pfund (das entspricht umgerechnet nicht einmal einem halben Kilogramm) ist der Grund dafür, dass die Frau nun ihren Job los ist, den sie zuvor ein Vierteljahrhundert durchführte.

Die Fluglinie hat einen strengen Katalog, welcher den Flugbegleiterinnen einen genauen BMI-Rahmen setzt, den sie nicht überschreiten dürfen. So darf Ina, bei einer Größe von knapp 1,58 Meter die Gewichtsgrenze von 60 Kilogramm nicht überschreiten. Doch genau das tat sie - um etwa 700 Gramm.

Die Airline zögerte nicht lange und feuerte Ina schließlich im Jahr 2017. Die langjährige Flugbegleiterin konnte es nicht fassen, sollte sie tatsächlich ihre Arbeitsstelle wegen 700 Gramm verlieren? Zum Vergleich, zwei Auberginen wiegen zusammen etwa genau so viel.

Ina Meliesa Hassim zog vor das Arbeitsgericht - und der Streit ging bis zum 12. Februar diesen Jahres. Wie der "Independent" meldet, jedoch zu Ungunsten der Stewardess.

So habe Ina nicht "im gesunden Gewichtsbereich der Body-Mass-Index-Tabelle" gelegen und aus diesem Grund hat das malaysische Arbeitsgericht die Klage nun auch abgeschmettert.

Malaysia Airlines zählt Übergewicht als Sicherheitsrisiko

Wegen 700 Gramm darf die langjährige Mitarbeiter nun nicht mehr für die Fluglinie arbeiten.
Wegen 700 Gramm darf die langjährige Mitarbeiter nun nicht mehr für die Fluglinie arbeiten.  © 123rf, Andrey Kekyalyaynen

Unter anderem wird die Begründung der Fluggesellschaft zugelassen, dass das Gewicht des Kabinenpersonals für die Sicherheit der Passagiere unerlässlich ist.

Genau aus diesem Grund hat man sich im Jahr 2015 bei der Airline auch dazu entschieden, einen entsprechenden Katalog im Bereich des Gewichtsmanagements für die Besatzungsmitglieder zu installieren, damit man sich auch weiterhin als Premium-Fluggesellschaft mit höchsten Standards betiteln kann.

Das Gericht sieht es auch als erwiesen an, dass Ina genügend Zeit geblieben wäre, sich um ihre "Problemzonen" zu kümmern und das Gewicht an die innerbetrieblichen Vorschriften anzupassen. Jedoch habe sie es innerhalb von 18 Monaten nicht geschafft und somit ist die Kündigung rechtens.

Richter Syed Noh Said Nazir dazu: "Das Gericht ist davon überzeugt, dass das Unternehmen der Klägerin reichlich Möglichkeiten und Chancen geboten hat, um der Politik des Unternehmens zu entsprechen, und dass die Klägerin trotz der vielen Möglichkeiten jedoch durchweg nicht ihr Optimalgewicht erreicht hat".

Einwände der Verteidigung, Ina hätte trotz des "Übergewichts" keinerlei Probleme gehabt ihre Aufgaben bestmöglich durchzuführen, ließ man nicht gelten.

So ist Ina Hassim vor allem auch eines auf die Füße gefallen: die regelmäßig angesetzten Gewichtskontrollen. Diese habe sie wohl häufig geschwänzt.


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