Enormer Stress, aufs Klo gehen unmöglich? Ist der Job bei H&M echt so schlimm?

Nur 42 Prozent der Arbeitnehmer fühlen sich gesund.
Nur 42 Prozent der Arbeitnehmer fühlen sich gesund.  © 123RF

Stockholm - "Heute wieder: Streik bei H&M, Ikea, Obi...". Diese Meldung ist in den letzten Wochen schon fast Alltag geworden. Die Mitarbeiter fordern bessere Arbeitsbedingungen. Doch ist der Job an der Kasse bei H&M wirklich so schlimm?

Die Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Saskia Stock, hat nun mit der ZEIT gesprochen. Und ihre Worte klingen nicht gerade nach Traumjob.

"Der Stress ist enorm, und deshalb steigt der Krankenstand", so Stock. "Oft sind Mitarbeiter ganz allein auf einer großen Fläche und können kaum einmal zur Toilette gehen."

In manchen Filialen müssten die Mitarbeiter permanent damit rechnen, angerufen zu werden und arbeiten zu müssen. Denn in ihren Verträgen ist eine Mindestanzahl von Wochenstunden festgelegt, hat die Filiale Bedarf, müssen sie länger oder häufiger kommen. Flex-Verträge nennt man sowas.

Rund 41 Prozent der H&M-Mitarbeiter in Deutschland haben einen solchen Vertrag unterschrieben. Doch oft ist die Situation der Verkäufer/innen noch schlimmer. In jeder vierten der 170 Filialen, die der Betriebsrat betreut, müsse mindestens einer seinen Lohn mit Hartz IV aufstocken, um über die Runden zu kommen.

Das könnte auch erklären, dass in einer betrieblichen Umfrage lediglich 42 Prozent der Angestellten die Frage, ob sie an ihrem Arbeitsplatz psychisch und emotional gesund bleiben, mit "Ja" beantworteten.

Mittlerweile hat H&M jedoch mitgeteilt, zusammen mit einer Krankenkasse ein Konzept zu erarbeiten, um diese Situation zu verbessern.


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