Überraschende Wende im Vergewaltigungs-Fall Julian Assange!

Stockholm - Die Voruntersuchungen gegen den Investigativjournalisten und Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks Julian Assange (48) in Schweden wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung werden niedergelegt.

Die Voruntersuchungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange in Schweden wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung werden niedergelegt.
Die Voruntersuchungen gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange in Schweden wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung werden niedergelegt.  © Frank Augstein/AP/dpa

Die stellvertretende Direktorin der schwedischen Strafverfolgung, Eva-Marie Persson, teilte dies am Dienstag mit. Allerdings könne die Entscheidung der Staatsanwaltschaft noch angefochten werden.

Julian Assange sitzt noch immer in Großbritannien im Gefängnis. Gegen ihn lag ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor.

Dort wurde ihm vorgeworfen, im August 2010 eine Frau vergewaltigt zu haben. Das bestritt Assange stets. Andere Vorwürfe sind mittlerweile verjährt.

2017 wurden die Ermittlungen gegen ihn schon einmal eingestellt, weil die Vorwürfe nicht ausreichend untersucht und belegt werden konnten. Damit wurde auch die Schuldfrage nicht geklärt.

Trotzdem nahm die schwedische Staatsanwaltschaft im Mai dieses Jahres ihre Voruntersuchungen wieder auf und beantragte Haftbefehl. Das lehnte das zuständige Gericht in Uppsala im Juni aber ab.

Die Strafverfolgung verzichtete darauf, gegen die Ablehnung des Haftbefehls in Berufung zu gehen.

In den vergangenen Monaten hatte ein "UN-Folterexperte um das Wohl Assanges gebangt", berichtet n-tv. Danach habe der Inhaftierte schon im Mai "typische Anzeichen von 'psychologischer Folter' gezeigt, aber die britischen Behörden kümmerten sich nicht darum", heißt es vom Sonderberichterstatter zum Thema Folter, Nils Melzer.

Seit Assange festgenommen wurde, habe sich seine Gesundheit immer weiter verschlechtert. Zuletzt wurde befürchtet, dass sogar sein Leben in Gefahr sei.

Geheime Unterlagen zu Kriegseinsätzen der USA öffentlich gemacht

April 2019: Julian Assange kommt am Westminster-Amtsgericht in London an.
April 2019: Julian Assange kommt am Westminster-Amtsgericht in London an.  © Victoria Jones/PA Wire/dpa

Assange befürchtete zudem, zuerst nach Skandinavien und dann an die USA ausgeliefert zu werden. Diese Option ist nun ausgeschlossen.

Die USA werfen Julian Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, geheime Unterlage von US-Militäreinsätzen im Irak und Afghanistan zu veröffentlichen, und stellten deshalb einen Auslieferungsantrag, der von den Briten zugelassen wurde. Sollte der Aktivist dafür verurteilt werden, drohen ihm 175 Jahre Haft.

Die mögliche Auslieferung an die USA ist auch noch nicht vom Tisch, die Verhandlung zum Auslieferungsgesuch beginnt am 25. Februar 2020.

Jahrelang hatte sich der Wikileaks-Gründer in der Botschaft von Ecuador in London verschanzt. So wollte er seiner Auslieferung an Schweden entgehen.

Titelfoto: Frank Augstein/AP/dpa

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