Stoiber warnt vor Rücktrittsforderungen an Seehofer

München/Berlin - Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber hat seine Partei vor Rücktrittsforderungen an Parteichef Horst Seehofer gewarnt.

Bildmontage: Stoiber (CSU) möchte die Debatte um Seehofer (CDU) lieber verschieben.
Bildmontage: Stoiber (CSU) möchte die Debatte um Seehofer (CDU) lieber verschieben.  © DPA

Dem Nachrichtenmagazin "Focus" sagte der CSU-Ehrenvorsitzende, es gehe zunächst einmal darum, eine stabile Regierung zu bilden.

"Das verlangen die Menschen zu Recht. Und nur das schafft Vertrauen." Nach der Regierungsbildung werde es einen Parteitag zur Aufarbeitung des Wahlergebnisses geben.

Stoiber erklärte, Seehofer sei "ein echtes CSU-Kaliber, der große Verdienste um die Partei hat". Die CSU brauche eine geordnete Debatte in der Partei. Bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag war sie auf 37,2 Prozent abgestürzt und hatte damit auch ihre absolute Mehrheit verloren. Gegenwärtig verhandelt die CSU mit den Freien Wählern über eine Koalitionsregierung.

Zuletzt hatte Theo Waigel, früherer Bundesfinanzminister und ebenfalls CSU-Ehrenvorsitzender, personelle Konsequenzen nach dem Wahldebakel verlangt. "Verantwortung und Konsequenzen sind erforderlich: inhaltlich, strategisch und personell", schrieb er in einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung".

Den unter Druck geratenen Seehofer erwähnte er nicht namentlich, schrieb aber unmissverständlich zu Seehofers Positionen: "Die Wiederbelebung der Flüchtlingsdebatte hat uns nichts genützt."

Titelfoto: DPA

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