Diese Stolpersteine erinnern an Mordopfer der Nazis

Künstler Gunter Demnig (67) hat schon 55 000 Stolpersteine verlegt.
Künstler Gunter Demnig (67) hat schon 55 000 Stolpersteine verlegt.

Von Doreen Grasselt

Chemnitz - Neue Mahnmale für die Chemnitzer Opfer des Nationalsozialismus: Künstler Gunter Demnig (67) hat am Mittwoch 25 Stolpersteine in der Stadt verlegt. Sie erinnern an die Verfolgung, Deportation und Ermordung Chemnitzer Juden.

Krankenschwestern, Kaufmänner, Kunstsammler, Journalisten fielen den Pogromen der Nazis zum Opfer. Ernst Heilmann (†59) etwa, der von 1909 bis 1915 Leiter der sozialdemokratischen Chemnitzer „Volksstimme“ war.

Heilmann war führend in der Arbeiterbewegung, saß im Preußischen Landtag. 1933 wurde der SPD-Mann verhaftet, misshandelt und 1940 im KZ Buchenwald ermordet.

Karl Böchel (†62) war ab 1921 Chefredakteur der „Volksstimme“ und bis 1933 Abgeordneter des Sächsischen Landtages. Er wurde im selben Jahr bei einem Überfall der SA auf den Landtag schwer verletzt, starb 1946 im Exil in Oslo an einer schweren Krankheit.

Böchels Enkelin Jana Distler (44) arbeitet heute in Chemnitz als Lehrerin.

Mit den neuen Stolpersteinen liegen in Chemnitz jetzt insgesamt 131 Gedenksteine.

Das Stolperstein-Projekt ist das weltweit größte dezentrale Mahnmal. Insgesamt hat Gunter Demnig bereits mehr als 55 000 Stolpersteine in 20 europäischen Ländern verlegt.

Fotos: Sven Gleisberg


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0