So stoppst Du den Müll-Irrsinn

Gut für die Umwelt: Stoffbeutel statt Plastiktüten.
Gut für die Umwelt: Stoffbeutel statt Plastiktüten.

Von Katrin Richter

Sachsen - Immer mehr Müll verschmutzt die Umwelt. Ob Plastik, Elektroschrott oder weggeworfene Lebensmittel - Deutschland hat ein Müllproblem. Die einzige Lösung: Wir müssen weniger Abfall produzieren. Den eigenen Verbrauch zu reduzieren, ist gar nicht schwer.


1. Stoffbeutel

Wir sind nicht auf Plastiktüten und Wegwerfprodukte wie Alufolie und Papierservietten angewiesen. Besser sind Tragetaschen, Rucksäcke oder - für den Spontaneinkauf - ein Stoffbeutel in Hand- oder Jackentasche. Wenn’s doch mal eine Plastiktüte sein muss, am besten mehrfach verwenden, am Ende vielleicht als Müllbeutel.

"Lose" bietet in Dresden Lebensmittel unverpackt an.
"Lose" bietet in Dresden Lebensmittel unverpackt an.

2. Nur pur

Niemand braucht einzeln verpackte Schokoriegel oder Äpfel in Styroporschalen. Saison-Produkte aus der Region können oft unverpackt gekauft werden. In Bioläden gibt es Sahne oder Sauerrahm im Glas mit Schraubverschlüssen. In vielen Großstädten (z.B. „Lose“ in Dresden) bieten Geschäfte nur unverpackte Lebensmittel an.


3. Nachfüllen

Viele Reinigungs- und Hygieneartikel werden als Nachfüllvariante im Handel angeboten. Behälter für Flüssigseife oder Waschmittel müssen nicht weggeschmissen werden, wenn sie leer sind, sondern können einfach nachgefüllt werden. Diese Nachfüllpackungen verursachen weniger Abfall, da beispielsweise auf Pumpspender verzichtet wird.

Beim Einkaufen immer darauf achten, lieber Glas- als Plastikflaschen zu kaufen.
Beim Einkaufen immer darauf achten, lieber Glas- als Plastikflaschen zu kaufen.

4. „Think Big“

Bei den gekauften Produkten auf das Ablaufdatum und auch auf die Packungsgröße achten. Je größer die Verpackung, umso weniger Müll bleibt relativ zum Inhalt übrig. Ein großer Topf Joghurt verbraucht weniger Plastik als drei kleine. Aber: Großpackungen, von denen die Hälfte weggeworfen wird, müssen auch nicht sein.

5. Mehrweg

Jeder Verzicht auf Einwegflaschen oder -dosen bedeutet Abfallvermeidung. Eine Mineralwasser-Glasflasche wird durchschnittlich 50-mal wieder befüllt, eine PET-Flasche bis zu 25-mal. Außerdem lässt sich mit Mehrweg auch sparen: Wer eine Glasflasche kauft, zahlt nur 8 Cent Pfand bzw. 15 Cent Pfand (bei Mineralwasser).

Werbeflyer landen fast immer direkt im Müll, also warum den Briefkasten verstopfen lassen?
Werbeflyer landen fast immer direkt im Müll, also warum den Briefkasten verstopfen lassen?

6. Werbeverbot

Jeder hat sich schon mal über all die Werbeprospekte und Flyer geärgert, die ständig den Briefkasten verstopfen. Der Großteil landet vermutlich ungelesen im Müll. Um diese Ressourcenverschwendung zu verhindern, klebt man am besten einen „Keine Werbung“-Aufkleber auf den Briefkasten. Das spart Unmengen an Papiermüll.


7. Clever kaufen

Jeder von uns wirft durchschnittlich über 80 Kilo Lebensmittel pro Jahr weg. Darum sollte man nur kaufen, was man wirklich braucht. Auch muss nicht alles, was „abgelaufen“ ist, gleich in die Tonne: Vieles hält sich weit über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus! Und Reste schmecken oft noch lecker auf Pizza oder als Suppe.

Wasser kann man in Deutschland bedenkenlos auch aus der Leitung trinken.
Wasser kann man in Deutschland bedenkenlos auch aus der Leitung trinken.

8. Trink Wasser!

Leitungswasser kann man fast überall in Deutschland bedenkenlos trinken. Eine am Wasserhahn gefüllte Trinkflasche (für die Gesundheit BPA-frei), spart jede Menge Müll und Geld. Für Sprudel-Fans ist ein Trinkwassersprudler eindeutig die ökologischere Alternative zum Flaschen-Wasser.


9. Reparieren

Gegenstände möglichst lange zu verwenden, reduziert Abfall. Dazu gilt neben der pfleglichen Behandlung auch: reparieren statt neu kaufen! In Repair Cafés bekommt man kostenlose Hilfe beim Reparieren. Und bestimmt gibt es auch in ihrer Gegend einen Schuster, eine Änderungsschneiderei oder einen Elektronik-Bastler.


10. Teilen

Es gibt Dinge, die man als Durchschnittsbürger nur selten braucht: Akkubohrer, Leiter, Heckenschere oder Nähmaschine kann man sich oft bei Nachbarn oder Freunden ausleihen. Im Gegenzug hat man vielleicht etwas, das der ab und zu braucht? Noch besser: Dinge wie zum Beispiel einen Rasenmäher gleich gemeinsam anschaffen.

Fotos: Imago, dpa/Arno Burgi


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