Störche brechen gen Süden auf

Hilpoltstein - Trotz des noch warmen Sommerwetters haben die ersten Störche Bayern bereits in Richtung Süden verlassen.

Trotz des warmen Wetters sind einige Störche schon unterwegs Richtung Süden.
Trotz des warmen Wetters sind einige Störche schon unterwegs Richtung Süden.  © DPA

"Einzelne Tiere haben sich schon auf den Weg gemacht", sagte die Storchenexpertin beim Landesbund für Vogelschutz (LBV) im fränkischen Hilpoltstein, Oda Wieding.

Junge Vögel, die im Lauf des Juli flügge geworden sind, sammeln sich gerade langsam zu Zugtrupps.

Besonders gut nachvollziehen kann man die Flugrouten der Vögel in ihre Winterquartiere, wenn die Tiere einen Sender tragen. In diesem Jahr wurden einige junge Weißstörche im Landkreis Pfaffenhofen so markiert. "Zwei dieser Jungstörche sind schon auf dem Weg, zwei sind noch vor Ort", sagte Wieding.

Die "Abzugzeit" der Störche beginnt Ende Juli und dauert bis Mitte September. "Das ist dann aber schon spät", sagte Wieding. Für Weißstörche als Segelflieger ist eine gute Thermik wichtig. Sie nutzen den Spätsommer mit viel Sonneneinstrahlung, um sich hoch in die Luft zu kreisen und dann weite Strecken segeln zu können. So schaffen die Tiere bis zu 500 Kilometer am Tag.

Nach acht Wochen Reise kommen sie in Afrika an. Die Tiere, die nur bis Spanien fliegen, schaffen die Strecke in vier bis sechs Wochen. "Manche lassen sich auch Zeit und gondeln noch etwas in Südfrankreich oder im Norden Spaniens herum." Immer mehr Tiere bleiben inzwischen unterwegs länger auf Müllkippen, weil es dort viel zu fressen gibt.

In diesem Sommer sind bisher etwa 540 Brutpaare im Freistaat gezählt worden, sagte Wieding. Die Zahl kann aber in den nächsten Wochen noch steigen. Viele Jungtiere hatten in diesem Jahr überlebt, weil es kaum schlechtes Wetter mit extremer Nässe und Kälte gegeben hat.

Übrigens verlassen nicht alle Störche Bayern im Winter: Etwa 300 Vögel bleiben auch in der kalten Jahreszeit hier.

Titelfoto: DPA


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