Kampf gegen Negativzins: CSU-Boss Söder fordert Ausgleich durch den Staat

München/Berlin - Der CSU-Vorsitzende Markus Söder hat die Niedrigzinspolitik der EZB scharf kritisiert und einen staatlichen Ausgleich für Negativzinsen gefordert.

Weiter im Kampf gegen den Strafzins für Sparer: CSU-Chef Markus Söder.
Weiter im Kampf gegen den Strafzins für Sparer: CSU-Chef Markus Söder.  © Sven Hoppe/dpa

"Der Staat sollte nicht tatenlos zusehen, wie das Sparen immer weiter erschwert wird. Es braucht jetzt endlich einen großen Master-Plan, wie man die Sparer schützt und von Negativzinsen befreit", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Passauer Neuen Presse" (Donnerstag) nach der Ankündigung weiterer Banken, Negativzinsen zu erheben.

Bereits im August machte sich Söder gegen den Strafzins stark: "Wir werden als Freistaat Bayern einen Vorstoß im Bundesrat starten, dass Beträge bis 100.000 Euro grundsätzlich von solchen Strafzinsen ausgenommen werden", sagte er damals (TAG24 berichtete).

"Wenn ein Verbot nicht möglich sein sollte, muss es einen Ausgleich geben. Der Staat darf nicht weiter von den Negativzinsen zu Lasten der Sparer profitieren. Er sollte es den Sparern über eine steuerliche Geltendmachung zurückgeben. Das wäre fair."

Markus Söder solidarisiert sich dabei mit der Mehrheit der Bürger: "Wir sind kein Volk der Spekulanten, sondern eines, das solide wirtschaftet. Deswegen gehört Sparen dazu."

Das Zinstief belastet die Banken. Die Europäische Zentralbank nimmt von ihnen Negativzinsen von derzeit 0,5 Prozent, wenn sie Gelder bei ihr parken. Einige Institute sehen sich daher gezwungen, nun auch von ihren Kunden Negativzinsen zu kassieren.

Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main.
Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Titelfoto: Sven Hoppe/dpa

Mehr zum Thema München Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0