SEK-Einsatz in Berlin: Schoss er auf ein Mädchen (7), weil sie im Hof zu laut spielte?

Berlin - Ein kleines Mädchen wird in Berlin-Friedrichshain auf offener Straße angeschossen, wie TAG24 berichtete. Noch ist unklar, ob dies mit Absicht oder aus unglücklichem Zufall geschah. Doch es könnte ein Verdacht bestehen, denn der verdächtige Schütze ist bei der Polizei kein Unbekannter.

Das Mädchen erlitt eine Prellung, doch der Schuss hätte auch größere Verletzungen verursachen können. (Bildmontage)
Das Mädchen erlitt eine Prellung, doch der Schuss hätte auch größere Verletzungen verursachen können. (Bildmontage)  © 123RF/DPA (Bildmontage)

Das Mädchen wurde nur leicht verletzt, doch hätte der Schuss von einem Balkon in der Straße der Pariser Kommune weitaus schlimmere Folgen haben können.

Und so alarmierte gegen 18 Uhr ein Zeuge die Polizei. Weil er seine Tür nicht öffnen wollte, stand kurz darauf das Spezialeinsatzkommando (SEK) vor der Tür des 34-jährigen Mannes.

Mit einer Blendgranate setzten sie den Tatverdächtigen außer Gefecht, verschafften sich über eine Leiter Zutritt zum Balkon und anschließend zur Wohnung des Schützen. Er wird festgenommen, leistete jedoch Widerstand. "Anhand seines Verhaltens, das teilweise aggressiv und nicht einschätzbar war, haben die Kollegen sich dazu entschlossen, ihn in eine Klinik zu bringen", sagte eine Polizeisprecherin dem rbb.

Doch am Dienstagabend konnte der Mann nach einer psychologischen Untersuchung das Krankenhaus wieder verlassen, wie die Berliner Zeitung berichtete. Ob der Mann schließlich einem Haftrichter wegen gefährlicher Körperverletzung vorgeführt wird, ist noch unklar.

Auch nähere Hintergründe zur Tat wurden noch nicht bekanntgegeben. Wie ein Anwohner gegenüber der rbb-Abenschau berichtete, soll der mutmaßliche Schütze jede Nacht um sich geschossen haben, weil die Leute vor dem Haus geredet haben und laut waren. Zudem soll er rumgeschrien haben und die Menschen aufgefordert haben, wieder zurück in ihre Zimmer zu gehen.

In dem betroffenen Wohnhaus leben vornehmlich Sinti und Roma unter prekären Bedingungen - darunter auch viele Kinder, die im Hof spielen, weil es keinen Spielplatz gibt. Laut Nachbarin könnte dies auch der Grund für den Schuss gewesen sein. "Hier sind viele Kinder. Die sind bis 22 Uhr oder länger draußen und sind sehr laut".

Mittlerweile gehen die Kinder aus Angst nicht mehr raus und so hoffen die Bewohner, dass der 34-Jährige nicht mehr auf freien Fuß kommt.

Titelfoto: 123RF/DPA (Bildmontage)


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