Wölfe wüten in Streichelzoo

Seit fast 30 Jahren betreibt Gerhard Pratsch (66) in Neukirch einen Streichelzoo.
Seit fast 30 Jahren betreibt Gerhard Pratsch (66) in Neukirch einen Streichelzoo.

Von Anneke Müller

Neukirch - Wölfe plünderten den Neukircher Streichelzoo in der Lausitz. Vier Kamerunschafe und eine Damhirschkuh ließen ihr Leben.

Für Zoovater Gerhard Pratsch (66) war es ein schwerer Schock, als er am Freitagmorgen seine rund 20 Tiere - darunter Damwild, Lamas, Esel, Ziegen und Kamerunschafe - im Gehege füttern wollte.

Auf der Wiese lag die trächtige Damhirschkuh, tot und mit tiefen Bisswunden am Hals, verendet fand er noch drei Kamerunschafe, darunter seine Lieblinge Elisabeth und Gertrud. Ein weiteres Schaf ist spurlos verschwunden.

„Es ist ganz schlimm. Ich habe doch alles so gut abgesichert“, so Gerhard Pratsch. Doch mindestens ein Wolf buddelte sich ein Loch unter dem doppelten Zaun hindurch, der zudem 30 Zentimeter tief im Erdreich ansetzt.

Der Wolfsbeauftragte des Landratsamtes kam umgehend und bestätigte den bitteren Verdacht. Gerhard Pratsch, der mit seiner Frau Roswitha (63) seit knapp 30 Jahren den Streichelzoo betreibt, weiß nicht, ob er aufgeben soll.

„Zu uns kommen doch so viele Kinder und sogar Schulklassen.“ Sicher ist: „Wir leben in Todesangst. Er kann jederzeit wiederkommen.“

Derzeit lässt Pratsch nachts das Radio laufen und beleuchtet das Gehege. „Aber so kann es nicht weitergehen.“ Eine Liste zur Schadensregulierung hat er bereits zusammengestellt und an die Naturschutzbehörde nach Dresden geschickt.

„Aber das bringt mir meine Tiere nicht zurück.“ Derzeit leben in der Lausitz und Umgebung zehn Rudel Wölfe.

Vom Wolf wurden diese Kamerunschafe zerfleischt.
Vom Wolf wurden diese Kamerunschafe zerfleischt.
Die Angst, dass der Wolf zurückkommt, bleibt.
Die Angst, dass der Wolf zurückkommt, bleibt.

Fotos: Thomas Türpe (3)


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