Jetzt auch Mega-Streik bei der Post!

Drohen leere Kisten bei der Post? Wohl eher leere Briefkästen der Bevölkerung!
Drohen leere Kisten bei der Post? Wohl eher leere Briefkästen der Bevölkerung!

Millionen Briefe und Pakete werden in den kommenden Tagen wohl wieder verspätet ankommen. Bei der Deutschen Post AG beginnen noch am Montagnachmittag unbefristete Streiks.

Das kündigte die Gewerkschaft Verdi in Berlin an. Die Post habe sich in sechs Verhandlungsrunden keinen Millimeter auf eine Lösung des Konflikts hinbewegt, sondern ein Angebot der Gewerkschaft ignoriert, erklärte Verdi-Vize Andrea Kocsis.

"Wir müssen den Druck nun massiv erhöhen."

Auch in den Briefzentren in Dresden und Leipzig wurde die Arbeit niedergelegt. Und das auf unbestimmte Zeit.

Andreas Wiedemann vom Landesverband Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ergänzt: "Die Post AG schwimmt in Geld. Wir haben vier Wochen lang mit 5000 Personen gestreikt. Das hat den Arbeitnehmer nicht gestört. Mal schauen, wie lange sie das aushalten."

In dem Tarifkonflikt geht es um Bezahlung und Arbeitszeit für rund 140.000 Beschäftigte.

Kern der Auseinandersetzung: In den 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung werden die rund 6000 Paketboten nicht nach dem Haustarif der Post bezahlt. Sie erhalten die oft niedrigeren Löhne der Logistikbranche.

Dieses Bild könnte nun erst einmal selten auf den Straßen werden: Eine Postbotin bei der Arbeit.
Dieses Bild könnte nun erst einmal selten auf den Straßen werden: Eine Postbotin bei der Arbeit.

Verdi will erreichen, dass sie tariflich unter das Dach der Post zurückkehren. Im Gegenzug wollte die Gewerkschaft für 2015 auf eine lineare Lohnerhöhung verzichten, forderte aber eine Einmalzahlung von 500 Euro und ein Lohnplus von 2,7 Prozent für 2016.

Diese Forderung lehnte die Post am Montag ab.

Dies leiste keinen Beitrag zur Zukunftssicherung für Mitarbeiter und Unternehmen, begründete Personalchefin Melanie Kreis.

Zudem bedeute der Verdi-Vorschlag eine Mehrbelastung von rund 300 Millionen Euro.

Das sei «sogar eine spürbare Verschärfung unseres bestehenden Wettbewerbsnachteils», erklärte Kreis. Die Post zahle doppelt so hohe Löhne wie die Wettbewerber.

Fotos: dpa/Felix Hörhager, dpa/Martin Gerten


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