Streit im Rathaus: Spitzenbeamte wollen mehr Geld

Reinhard Koettnitz (60), Amtsleiter im Straßen- und Tiefbauamt, soll zum Stadtdirektor befördert werden.
Reinhard Koettnitz (60), Amtsleiter im Straßen- und Tiefbauamt, soll zum Stadtdirektor befördert werden.

Von Dirk Hein

Dresden - Top-Beamte wollen mehr Geld. Insgesamt sechs Beförderungen stehen an. Weil Linke, Grüne und SPD diese nicht einfach durchwinken wollen, ist ein Krisentreffen im Rathaus samt eilig anberaumter Sondersitzung des Verwaltungsausschusses geplant.

Reinhard Koettnitz (60), Amtsleiter im Straßen- und Tiefbauamt, soll leitender Stadtdirektor werden. Der Chef im Umweltamt, Christian Korndörfer (59), soll eine jährliche außertarifliche Zulage (3300 Euro) erhalten. Zudem stehen vier weitere Beförderungen hochrangiger Beamter an.

Angesichts knapper Kassen und einer Haushaltssperre hat Rot-Rot-Grün die Notbremse gezogen. „Vor diesem Hintergrund müssen auch Spitzenbeamte ihren Beitrag leisten. Denkbar ist, dass nicht zum frühesten Zeitpunkt befördert wird“, sagt Jens Matthis (49, Linke).

Christian Korndörfer (59) ist Chef im Umweltamt und soll eine satte Gehaltserhöhung bekommen.
Christian Korndörfer (59) ist Chef im Umweltamt und soll eine satte Gehaltserhöhung bekommen.

Diesen Standpunkt vertreten auch die Grünen. Michael Schmelich (61): „Bislang hat die Stadtverwaltung fast immer so früh wie möglich befördert.

Vor allem bei denen, die eh schon gut verdienen, müssen wir genauer hinschauen und diesen Automatismus außer Kraft setzen.“

Vor diesem Hintergrund treffen sich sämtliche Fraktions-Chefs Anfang nächster Woche mit Verwaltungsbürgermeister Peter Lames (51). Der hat ein SPD-Parteibuch, muss jetzt aber die Linie der Stadtverwaltung durchsetzen.

Entsprechend zurückhaltend äußert sich SPD-Chef Christian Avenarius (56): „Es gibt in der Kooperation noch kein abgeschlossenes Meinungsbild. Meine persönliche Meinung ist aber, dass bei jeder Beförderung der Einzelfall geprüft werden muss.“

Fotos: Steffen Füssel, Thomas Türpe


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