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Streit um Asylheim neben Schule eskaliert!

Dresden – Der Streit um die Unterbringung von 150 Flüchtlingen in das Schulhaus auf der Boxberger Straße spitzt sich zu. Eine Eltern-Initiative hat dazu aufgerufen, die Kinder der benachbarten Grundschule zu Hause zu lassen.
Rechtsanwalt Frank Hannig ist Sprecher der Bürgerinitiative.
Rechtsanwalt Frank Hannig ist Sprecher der Bürgerinitiative.

Dresden – Der Streit um die geplante Unterbringung von 150 Flüchtlingen in einem Schulhaus an der Boxberger Straße (Prohlis) spitzt sich zu. Eine Eltern-Initiative hat dazu aufgerufen, die Kinder der benachbarten Grundschule zu Hause zu lassen.

„Wir werden unsere Kinder aus Sorge um deren Sicherheit nicht in dieser Schule unterrichten lassen! Unsere Kinder werden und sollen in dieser Situation zu Hause bleiben“, so Frank Hannig, Sprecher einer Bürgerinitiative, die sich am Dienstag gegründet hat und aus Eltern von Schülern der 89. Grundschule zusammensetzt.

Wie MOPO24 berichtete, sollen die zwei verschiedenen Schulteile durch einen blickdichten Zaun getrennt werden. Trotzdem sei die Sicherheit der Kinder nicht gewährleistet, argumentiert die Initiative.

„Bereits bei der Informationsveranstaltung im Schulgebäude kam es vor der Tür zu Tumulten und Krawallen von Seiten Prohliser Bürger. Die Polizei erschien in Kampfanzügen und musste die Elternschaft schützen“, so Hannig.

Auf diesem Schulgelände an der Boxberger Straße sollen zeitnah Flüchtlinge untergebracht werden.
Auf diesem Schulgelände an der Boxberger Straße sollen zeitnah Flüchtlinge untergebracht werden.

„Es ist abzusehen, dass sowohl rechte als auch linke Krawallmacher, politische Parteien und Bürgerbewegungen die Situation an der Schule für ihre Zwecke vereinnahmen werden und dort demonstrieren wollen."

Und Hannig weiter: „Wir fordern die Lehrer der 89. Grundschule in Dresden und die zuständige Gewerkschaft für Bildung und Erziehung auf, zu streiken und sich zu weigern, an dieser Grundschule zu unterrichten..."

Im Falle eines Streiks müsse die Stadt den Kindern eine Ausweichschule bereitstellen. Falls nicht, wolle Hannigs Initiative selbst nach einer "geeigneten Örtlichkeit" suchen...

Aktuell ist MOPO24 vor Ort. Wir updaten diesen Artikel.

UPDATE, 9:25 Uhr: Schulleiterin Beate Klemm erklärte gegenüber MOPO24, dass von den rund 250 Schülern heute nur etwa die Hälfte anwesend sei. "Viele Eltern haben ihre Kinder entschuldigt, offiziell aus Krankheitsgründen." Der Unterricht finde dennoch planmäßig statt.

UPDATE, 9:35 Uhr: Nach MOPO24-Informationen haben Eltern beim Verwaltungsgericht Dresden Klage auf einstweilige Anordnung gegen die Unterbringung von 150 Flüchtlingen in der Schule eingereicht.

UPDATE, 10:05 Uhr: Frank Hannig, Sprecher der Bürgerinitiative, und einige Eltern berichten davon, dass deutlich weniger Kinder zum Unterricht erschienen sind. Die Rede ist von etwa 25 Schülern. Einige Eltern hätten ihre Kinder inzwischen wieder von der Schule abgeholt.

UPDATE, 11:00 Uhr: Wie das Operative Abwehrzentrum (OAZ) soeben mitteilte, haben unbekante Täter in der Nacht vier Molotowcocktails auf die Schule in der Boxberger Straße geworfen. Jedoch gelang es den Tätern nicht, am oder im Objekt einen Brand auszulösen. Es wird in alle Richtungen ermittelt. "Ein rechtspolitisch motivierter Hintergrund der Tat ist jedoch sehr wahrscheinlich", hieß es in der Mitteilung. Hinweise erbittet sich das OAZ unter 0351/4832233.

UPDATE, 11:26 Uhr: Wie die Stadt mitteilt, wird sich Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) in wenigen Minuten zum Sachverhalt der Molotowcocktails äußern. Gleich mehr bei MOPO24 unter diesem LINK.

Eltern haben an die Glastür der Schule Schilder angebracht.
Eltern haben an die Glastür der Schule Schilder angebracht.
Die Eltern sehen die Sicherheit ihrer Kinder gefährdet.
Die Eltern sehen die Sicherheit ihrer Kinder gefährdet.

Fotos: Christian Essler, Bruno Satelmajer, Ove Landgraf

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