Muss 66-jährige Kirchensteuer zahlen, weil sie als Baby getauft wurde?

Berlin - Jahrzehnte nach ihrer Taufe und dem Austritt ihrer Eltern aus der Kirche soll eine Frau Kirchensteuer zahlen. Dagegen setzt sich die 66-Jährige mit einer Klage zur Wehr.

Die Frau wurde in den 50er Jahren als Baby getauft. (Symbolbild)
Die Frau wurde in den 50er Jahren als Baby getauft. (Symbolbild)  © Koval Nadiya. 123 RF

Das Berliner Verwaltungsgericht verhandle den Fall am 12. Dezember, teilte ein Sprecher am Donnerstag mit.

Die Frau aus Ostdeutschland ist nach Gerichtsangaben der Ansicht, dass ihre Eltern in den 50er Jahren auch ihren Austritt aus der evangelischen Kirche miterklärten.

Eine Mitgliedschaft sei ihr all die Jahre über nicht bewusst gewesen. Sie erinnere sich auch nicht daran, als Kind in der Kirche gewesen zu sein.

Laut Gericht zeigt das Taufregister der Kirchengemeinde Bitterfeld ihre Taufe im Jahr 1953 an.

Die Frau wirft der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz vor, es sei ein Gesetzesverstoß, die Mitgliedschaft an eine Säuglingstaufe zu binden.

Das Finanzamt Berlin-Prenzlauer Berg hatte von der Frau für die Jahre 2012 und 2013 Kirchensteuern mit gesonderten Bescheiden verlangt, weil sie Kirchenmitglied sei. Später habe sie dann formal ihren Austritt aus der Kirche erklärt, hieß es.

Der Fall landet nun vor Gericht. (Symbolbild)
Der Fall landet nun vor Gericht. (Symbolbild)  © Fabian Sommer/dpa

Titelfoto: Koval Nadiya. 123 RF

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