Strenge Kontrolle: Sachsens Mohn-Bauern im Visier der Opiumstelle

Nicht jede Mohnsorte darf in Deutschland angebaut werden.
Nicht jede Mohnsorte darf in Deutschland angebaut werden.  © 123RF

Zwickau - Mohnblumen so weit das Auge reicht: Landwirt Stephan Stiegler (66) baut auf 130 Hektar Backmohn an.

Damit gehört er zu Deutschlands größten Mohn-Produzenten. Kontrolliert wird er von der Bundesopiumstelle.

Fast endlos erstreckt sich die lilafarbene Blütenpracht des Wintermohns in Callenberg (Kreis Zwickau). Doch so schön die Blüten, so streng die Überwachung. Der Anbau in Deutschland wird von der Bundesopiumstelle am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte streng kontrolliert.

Erlaubt sind nur Sorten, die quasi kein Morphin enthalten. Verboten ist Schlafmohn, aus dem Opium gewonnen werden kann. Mit seinen zwölf Feldern liefert Stiegler rund die Hälfte der 300 Tonnen Backmohn, die bundesweit pro Jahr produziert werden.

Ihm zufolge werden jährlich aber 6000 Tonnen verzehrt. Vor allem bei Kuchen, Brötchen und Eis kommen die Körner zum Einsatz. Der Großteil muss also importiert werden, etwa aus Afghanistan, der Türkei und Tschechien. 2016 gab es sachsenweit nur drei Anbau-Betriebe. In diesem Jahr sind es fünf, so das Landwirtschaftsministerium.

„Das große Geld lässt sich mit Mohn sicher nicht verdienen“, so Stiegler. Pro Kapsel ernte er rund fünf Gramm Mohnkörner - dem gegenüber stünden zwei Euro Verkaufspreis pro Kilo.

Um die Mohnernte zu reinigen, hat Stiegler in eine Anlage rund 100.000 Euro investiert. Aktuell baut er zudem die Lagerkapazitäten aus.

Landwirt Stephan Stiegler (66) ist einer der wichtigsten Mohnproduzenten 
Deutschlands.
Landwirt Stephan Stiegler (66) ist einer der wichtigsten Mohnproduzenten Deutschlands.  © dpa/Claudia Drescher

Titelfoto: dpa/Claudia Drescher


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