Stress vor LEGIDA-Demo: "Stadt rollt Nazis den roten Teppich aus!"

In einem Facebook-Video machen Jürgen Kasek und Irena Rudolph-Kokot ihrem Ärger Luft.
In einem Facebook-Video machen Jürgen Kasek und Irena Rudolph-Kokot ihrem Ärger Luft.

Leipzig - Donnerstagnachmittag marschieren die Rechtspopulisten erstmals seit acht Monaten durch Leipzig. Doch schon vor dem Start der Demo gibt es Stress. Das Bündnis "Leipzig nimmt Platz" stänkert in Richtung Stadt: "Abermals wird allerdings den Nazis der sprichwörtliche ‚rote Teppich‘ auf dem Ring ausgelegt.“

Grund hierfür ist der vom Ordnungsamt an das Bündnis zugesendete Auflagenbescheid. Der verbietet dem Aktionsbündnis ein Auflaufen auf dem Leipziger Ring, sieht für die "weitaus größere Demonstration der Leipziger Zivilgesellschaft" die Innenstadt vor.

Irena Rudolph-Kokot von "Leipzig nimmt Platz" zeigte sich entsprechend verärgert: "Wir sind über das Vorgehen empört. Die Stadt hätte es in der Hand gehabt hier eine entsprechende Entscheidung zu treffen. Abermals wird allerdings den Nazis der sprichwörtliche ‚rote Teppich‘ auf dem Ring ausgelegt."

Erstmals seit acht Monaten läuft am Donnerstag das fremdenfeindliche Bündnis LEGIDA durch Leipzig.
Erstmals seit acht Monaten läuft am Donnerstag das fremdenfeindliche Bündnis LEGIDA durch Leipzig.

Rechtsanwalt, Grünen-Chef und Mitglied der Initiative "No Legida" bläst ins selbe Horn:

"Erstaunt stellen wir fest, dass die Auflagen immer wieder einseitig ausgelegt werden. Im Auflagenbescheid der Stadt wird das Geschehen der letzten drei Jahre komplett aufgenommen und obwohl festgestellt wird, dass vom Aktionsnetzwerk nie Störungen ausgegangen sind, trotzdem alle Probleme dem Aktionsnetzwerk zugeordnet."

Auch Kasek verweist auf das Ausmaß seiner Versammlung, die mit angemeldeten 2500 Gegendemonstranten wohl fünf mal so groß ausfallen wird wie der LEGIDA-Marsch (500 Teilnehmer).

"Bereits hinsichtlich der Größe der Versammlungen und der Bedeutung des Versammlungsortes für die Versammlung hätte es die Stadt in der Hand gehabt anders zu entscheiden“, so der Rechtsanwalt.

Weiter ruft das Bündnis alle Menschen dazu auf, "sich den Veranstaltungen von ‚Leipzig nimmt Platz‘ auf dem Leuschnerplatz und dem ‚Willkommen in Leipzig‘ am Thomaskirchhof anzuschließen und damit ein klares Zeichen gegen den Rechtsruck der Gesellschaft zu setzen und für Demokratie zu streiten."

Außerdem prüfe das Aktionsnetzwerk momentan alle Möglichkeiten, die Route über den Leipziger Ring doch noch wahrzunehmen.


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