Strom-Versorger ziehen Tausenden im Norden den Stecker

Hamburg/Kiel - Tausende Haushalte in Hamburg und Schleswig-Holstein hatten im vergangenen Jahr zeitweise keinen Strom. Und das nicht wegen eines Ausfalls, sondern weil sie zu hohe Schulden hatten.
Mehr als 20.000 Haushalte in Hamburg und Schleswig-Holstein mussten im vergangenen Jahr zeitweise eine Stromsperre ausstehen (Symbolbild).
Mehr als 20.000 Haushalte in Hamburg und Schleswig-Holstein mussten im vergangenen Jahr zeitweise eine Stromsperre ausstehen (Symbolbild).  © dpa/Oliver Berg

Rund 9600 Hamburger Haushalten ist wegen unbezahlter Rechnungen im vergangenen Jahr der Strom abgestellt worden.

Damit waren 0,83 Prozent der Stromkunden in der Hansestadt von einer Stromsperre ihres Versorgers betroffen, wie aus dem Entwurf des neuen Monitoring-Berichts der Bundesnetzagentur zu Stromdaten hervorgeht.

Hamburg liege damit über dem Bundesdurchschnitt, wo 0,66 Prozent aller Kunden gesperrt wurden.

Ob in Hamburg mehr oder weniger Stromsperren als im Vorjahr verhängt wurden, geht aus dem Bericht nicht hervor, da die Bundesnetzagentur die Länderdaten erstmals ermittelt hat.

Bundesweit gab es einen leichten Anstieg der Stromsperren.

Lage in Schleswig-Holstein

Im Nachbarbundesland Schleswig-Holstein haben die Versorger etwa 12.400 Haushalten im vergangenen Jahr zumindest vorübergehend den Saft abgedreht.

Damit seien 0,72 Prozent der Stromkunden im nördlichsten Bundesland mit einer Stromsperre ihres Versorgers belegt worden.

Dürfen die Versorger das?

Ein Versorgungsunternehmen darf den Strom sperren, wenn der Kunde mit mindestens 100 Euro in Zahlungsverzug ist und nachdem er eine Mahnung mit der Androhung einer Sperrung erhalten hat.

Bevor der Strom tatsächlich abgestellt wird, muss der Versorger dem Verbraucher eine entsprechende Ankündigung zustellen und ihm eine letzte Gelegenheit zur Zahlung geben.

Sowohl die Mahnung als auch die Sperrung und die Entsperrung eines Stromanschlusses kosten zusätzliche Gebühren.

Für die Wiederherstellung eines Anschlusses werden im Durchschnitt 50 Euro in Rechnung gestellt - die Mehrwertsteuer kommt noch dazu.

Titelfoto: dpa/Oliver Berg


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