Studie belegt: Deswegen haben viele Angst vor dem Telefonieren!

Ratgeber - Das Smartphone wird für uns immer wichtiger. Täglich schreiben wir Nachrichten, stöbern in sozialen Netzwerken oder spielen Handy-Games. Nur eines wird immer seltener: Das Telefonieren. Und das hat auch einen Grund.

Viele Menschen meiden das Telefonieren, weil sie Angst vor der Reaktion des anderen haben. (Symbolbild)
Viele Menschen meiden das Telefonieren, weil sie Angst vor der Reaktion des anderen haben. (Symbolbild)  © 123RF

Besonders junge Menschen bevorzugen eher das Schreiben von Nachrichten, als das persönliche Gespräch am Handy. Das belegt auch die James-Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften.

Mittlerweile telefoniert fast jeder dritte junge Erwachsene zwischen 12 und 19 Jahren nicht mehr. Für Michael In Albon, Jugendmedienschutzbeauftragter bei der Swiss.com, ist das ein sehr "beeindruckendes Ergebnis", denn die zentrale Funktion des Handys sei eigentlich das Telefonieren.

Aber warum scheuen sich Menschen davor zu telefonieren? Philippe Wampfler, Dozent für Fachdidaktik an der Universität Zürich, hat einen passenden Grund parat und verrät gegenüber dem schweizerischen Online-Portal "20 Minuten": "Die Begeisterung fürs Telefon ist einfach kleiner und die Lust zu telefonieren, ebenfalls."

Die Jugendlichen seien mit anderen digitalen Medien und Kommunikationsmitteln sozialisiert worden, weshalb das direkte Telefonat nicht mehr nötig sei.

Beliebter als Telefonieren ist das Verfassen von Nachrichten. (Symbolbild)
Beliebter als Telefonieren ist das Verfassen von Nachrichten. (Symbolbild)  © 123RF

"Die Leute sind telefoniermüde, weil es einfachere Alternativen gibt. Textnachrichten sind beispielsweise schnell mal verfasst. Für komplexere Themen sind Kommunikationsmittel wie Nachrichten angenehmer, da sie nicht von der Reaktion vom Gegenüber abhängen", so Wampfler.

Nicht selten entwickeln Menschen eine regelrechte Angst vor dem Telefonieren oder Telefonate anzunehmen, weil sie direkt mit der (womöglich unangenehmen) Situation konfrontiert werden. Viele wollen dem aus dem Weg gehen, weshalb sie lieber auf die unpersönliche Variante wie dem Verfassen von Nachrichten zurückgreifen.

Dasselbe gilt für Sprachnachrichten. "Diese bieten einen gewissen Freiheitsgrad. Während man beim Telefonieren gezwungen ist, sofort zu reagieren, kann man sich bei einer Sprachnachricht Zeit lassen", sagt Wampfler.

Dennoch glauben die Experten, dass das Telefonieren nicht aussterben wird, sondern vielmehr "in anderen Situationen gebraucht". Künftig werde das Telefonat sowohl in intimen als auch geschäftlichen Beziehungen besonders geschätzt.


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