Studie belegt: Kitas in Sachsen leiden unter großer Personalnot

Dresden - Kita-Erzieherinnen und -Erzieher in Sachsen müssen sich laut einer Studie um zu viele Kinder gleichzeitig kümmern.

Das Personal von sächsischen Kindertagesstätten ist sehr gut ausgebildet, aber es gibt einfach zu wenig Erzieher und Erzieherinnen im Bundesland.
Das Personal von sächsischen Kindertagesstätten ist sehr gut ausgebildet, aber es gibt einfach zu wenig Erzieher und Erzieherinnen im Bundesland.  © Jan-Philipp Strobel/dpa

Für 96 Prozent der Kinder in amtlich erfassten Kita-Gruppen stand zuletzt nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung. Das ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Auswertung der Bertelsmann-Stiftung. 

Dem "Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme" zufolge bildet Sachsen neben Mecklenburg-Vorpommern damit bundesweit das Schlusslicht. Die "nicht kindgerechte Personalausstattung" betrifft demnach sowohl die unter Dreijährigen als auch die älteren Kita-Kinder im Freistaat.

In Sachsen wurden 2019 mehr als 60 Prozent der unter Dreijährigen in Krippengruppen betreut. Laut Studie kommt eine Fachkraft in diesen Gruppen rechnerisch auf durchschnittlich 5,8 Kinder - die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt hingegen einen Schlüssel von 1 zu 3. 

Die meisten über Dreijährigen besuchen in Sachsen Gruppen mit einem Personalschlüssel von 1 zu 12,2. Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt eine Erzieherin für 7,5 Kinder.

Sachsens Personalkapazitäten müssten "erheblich ausgebaut" werden

Insgesamt habe sich der Personalschlüssel in sächsischen Krippen und Kitas seit 2013 zwar verbessert. Dennoch müsse eine Fachkraft in Sachsen rechnerisch gut fünf Kinder mehr betreuen als in Baden-Württemberg - dem Bundesland mit der besten Personalausstattung.

Die Personalkapazitäten müssten in Sachsen "erheblich ausgebaut" werden, damit jedes Kind individuell gefördert werden könne, hieß es. 

Was die Qualifikation des Personals betrifft, ist Sachsen hingegen auf einem hohen Niveau. 82 Prozent des pädagogischen Personals sind als Erzieherin oder Erzieher ausgebildet. Bundesweit trifft das laut Stiftung nur auf etwa zwei Drittel des Personals zu. 

Grundlage des jährlich aktualisierten Monitorings sind Auswertungen von Daten der Statistischen Ämter und weiteren amtlichen Statistiken.

Titelfoto: Jan-Philipp Strobel/dpa

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