Studie beweist: Wer wenig putzt, lebt gesünder

Vor allem die Chemikalien in Sprühflaschen sind allem Anschein nach Gift für unsere Lungen.
Vor allem die Chemikalien in Sprühflaschen sind allem Anschein nach Gift für unsere Lungen.  © DPA

Bergen (Norwegen) – Gute Nachrichten für Putzmuffel: Sie leben gesünder als Menschen, die ständig mit Lappen und Reinigungsmitteln unterwegs sind.

Norwegische Wissenschaftler haben die Ergebnisse eine Langzeitstudie über die Auswirkungen von Putzmitteln auf unsere Gesundheit veröffentlicht. Demnach wurden über 20 Jahre Daten von 6230 Menschen, die viel oder wenig putzen, gesammelt. Die Ergebnisse sind erschreckend.

Zu Beginn der Erhebung waren alle Teilnehmer 34 Jahre alt. 53 Prozent waren Frauen, 44 Prozent hat ihr Leben lag nie geraucht. Teilnehmen durften insgesamt nur Personen, die nicht mehr als sieben Schachteln Zigaretten im Jahr rauchen.

Etwa zehn Prozent der teilnehmenden Frauen und zwei Prozent der Männer arbeiteten in dem Erhebungszeitraum als Reinigungskräfte. 15 Prozent der Frauen und 55 Prozent der Männer gaben an, gar nicht zu putzen. Das Reinemachen zu Hause ließen sie beispielsweise von Putz- bzw. Ehefrauen erledigen.

Professionelle Reinigungskräfte hatten nach 20 Jahren ähnliche Lungenwerte, wie starke Raucher.
Professionelle Reinigungskräfte hatten nach 20 Jahren ähnliche Lungenwerte, wie starke Raucher.  © DPA

Nach 20 Jahren wurden die Lungenfunktionen der Probanden getestet. Im Ergebnis hatten die Frauen und Männer, deren Job es ist, täglich zu putzen und die auch zu Hause das Reinigen übernehmen, die schlechtesten Lungenwerte.

Die Menge der Luft, die sie mit jedem Atemzug ausatmeten, sei so gering, wie sonst nur bei Rauchern, die im gleichen Zeitraum täglich 20 Kippen geraucht hatten.

Vor allem bei Frauen waren diese Werte besorgniserregend, die putzenden Männer hatten keine derartig heftigen Lungenveränderungen. Wobei die Forscher diesbezüglich auch einschränken, dass es sich nur um sehr wenige Männer handelt, die als Reinigungskräfte von der Studie erfasst wurden, und deshalb die Aussagekraft in diesem Bereich nicht sehr groß ist.

Für die Wissenschaftler sind höchstwahrscheinlich Sprühflaschen mit chemischen Reinigungsmitteln verantwortlich für die Lungenschäden. Durch die Zerstäuber landen die Chemikalien eben nicht nur auf den zu putzenden Flächen, sondern werden auch eingeatmet. Dadurch könne auch das Asthmarisiko steigen.

Deshalb regen sie an, Sprühflaschen stärker zu überwachen und nach Möglichkeit Putzmittel so zu produzieren und zu verkaufen, dass sie nicht eingeatmet werden können. Zumal in den meisten Fällen bereits klares Wasser und ein Microfasertuch für die Reinigung glatter Flächen völlig ausreichen würde, so die Autoren der Studie.


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