Männer stehen auf Versöhnungssex und tun Frauen damit keinen Gefallen

Eine Frau will nach einem Streit eher Emotionen sehen, als Unterwäsche.
Eine Frau will nach einem Streit eher Emotionen sehen, als Unterwäsche.  © 123RF

USA – Nach einem Streit gelingt eine Versöhnung besonders gut, wenn die Partner miteinander reden und sich entschuldigen. Einer US-Studie zufolge erscheint Kommunikation für Männer und Frauen gleichermaßen als bester Weg, einen Streit zu lösen. Die Wissenschaftler hatten in einer Umfrage nach dem geeignetsten Verhalten für eine Aussöhnung gefragt.

Dabei gaben Frauen auch an, sich eher zu versöhnen, wenn der Partner nach einem Streit auch mal Tränen zeigt. Die Männer hingegen halten Sex für etwas effektiver. Die Ergebnisse sind im Fachjournal "Evolutionary Psychological Science" veröffentlicht.

Für die Studie befragten Psychologen zunächst 74 Männer und Frauen danach, was sie selbst nach einem Streit machen, um sich zu versöhnen. Das Forscherteam um Joel Wade von der Bucknell University in Lewisburg erstellte aus den Antworten eine Liste mit 21 Versöhnungsstrategien. Darauf stehen unter anderem nette Gesten, Austausch von Zärtlichkeiten, Entschuldigungen, Kompromisse aber auch Weinen und Sex.

Danach fragten die Forscher 164 weitere Männer und Frauen, welche dieser 21 Verhaltensweisen sie sich am ehesten vom Partner wünschen, um sich zu vertragen. Dabei kam heraus, dass beide Seiten Kommunikation, Entschuldigung und Vergeben als am hilfreichsten betrachten. Doch es gab auch Unterschiede.

So landete Sex bei Männern immerhin auf Platz 13 der 21 hilfreichen Verhaltensweisen nach einem Streit, bei Frauen nur auf Platz 16. Sie wiederum glauben, dass Streit auch gut gelöst werden kann, wenn der Mann weint: Platz 10 von 21. Bei Männern kam dieses Verhalten auf Rang 19.

Die Forscher glauben allerdings, dass Verhaltensweisen wohl auch zur Streitsituation passen müssen. So könnte Sex eher geeignet sein, um einen Eifersuchts-Streit beizulegen. Bei einem Streit über Geld sei dies unwahrscheinlicher.

Gisela Steins, Professorin am Institut für Psychologie an der Universität Duisburg-Essen, glaubt jedoch, dass die Studienteilnehmer unter Umständen auch so geantwortet hätten, wie es den Erwartungen an ihre Geschlechterrollen entspreche. Bei Beobachtungsstudien würde das Verhalten von Frauen und Männern weit weniger voneinander abweichen.

"Das ist vielleicht sogar eher eine Studie, die zeigt, wie sich amerikanische Frauen und Männer gerne selbst darstellen", sagte Steins. "Frauen, die konventionellen Bildern entsprechen wollen, zeigen ihre feminine Seite. Direkt Sex zu wollen, entspricht dann nicht den Erwartungen an eine Frau."

Titelfoto: 123RF


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