Schockstudie: Jedes vierte Schulkind hat psychische Probleme

Schwerin/Kiel - Einer Studie zufolge hat jedes vierte Schulkind in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein psychische Probleme.

Ein junges Mädchen hält sich die Hände vor ihr Gesicht. (Symbolbild)
Ein junges Mädchen hält sich die Hände vor ihr Gesicht. (Symbolbild)  © Nicolas Armer/dpa

Zwei Prozent aller Jungen und Mädchen zwischen 10 und 17 Jahren litten demnach an einer diagnostizierten Depression, erklärt die Krankenkasse DAK in ihrem aktuellen Kinder- und Jugendreport.

Weitere 2,3 Prozent haben eine Angststörung. Deutlich häufiger sind der Studie zufolge Verhaltensstörungen, wie ADHS, sowie Sprach- und Sprechstörungen.

Auch sie werden in dem Report zu den psychischen Problemen gezählt. Insgesamt seien 27 Prozent aller Jungen und Mädchen in Mecklenburg-Vorpommern betroffen, hieß es.

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In Schleswig-Holstein sieht das Ergebnis ganz ähnlich aus. Der Studie zufolge leiden im nördlichsten deutschen Bundesland rund 24 Prozent aller Jungen und Mädchen unter psychischen Erkrankungen oder Verhaltensstörungen.

"Wir wollen das Tabu brechen, das psychische Erkrankungen noch immer umgibt", erklärte der Leiter der DAK-Landesvertretung, Cord-Eric Lubinski. "Die betroffenen Kinder leiden oft leise, bevor sie eine passende Diagnose bekommen." Alle müssten aufmerksamer werden - in der Familie, in der Schule oder im Sportverein - und nachhaltig helfen.

In schweren depressiven Episoden haben junge Patienten Schwierigkeiten, ihre alltäglichen Aktivitäten fortzusetzen. Sie ziehen sich stark zurück, schaffen es kaum noch, in die Schule zu gehen.

Chronische Krankheiten erhöhen das Risiko, depressiv zu werden.

So tragen Kinder mit einer chronischen körperlichen Erkrankung besonders im Jugendalter ein bis zu 4,5-fach erhöhtes Depressionsrisiko, gibt der Report an.

Titelfoto: Nicolas Armer/dpa

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