Studie: Dicke Menschen bekommen Elektroschocks, um abzunehmen

Stanford/USA - Die Stanford Univerity testet jetzt an sechs adipösen Menschen, ob ein Chip, der in das Gehirn eingepflanzt wird und Elektroschocks auslöst, hilft, Übergewicht zu bekämpfen.

Haben Menschen durch Elektroschocks wirklich keine Lust mehr auf Fastfood oder werden sie nur Depressiv? (Symbolbild)
Haben Menschen durch Elektroschocks wirklich keine Lust mehr auf Fastfood oder werden sie nur Depressiv? (Symbolbild)  © dpa/ZB/Sebastian Kahnert

Eigentlich wurde der RNS-Chip (Reaktionsfähiges Neurostimulations-System-Chip), für etwas ganz anderes entwickelt. Er unterstützt Menschen mit Epilepsie, indem er deren Anfälle verhindert. Der Chip ist nämlich dazu in der Lage, die Muster zu erkennen, die einen Anfall auslösen. Diese "unterbricht" er, indem er einen kleinen Elektroschock auslöst, der den Anfall dann verhindert.

Jetzt soll er mit dem gleichen Prinzip auch extrem übergewichtigen Menschen beim Abnehmen helfen.

Natürlich wird der Chip nicht bei 5 Kilo zu viel eingesetzt. Die Testpersonen, sechs an der Zahl, haben mindestens einen stolzen BMI von 45.

Der BMI bei Normalgewicht liegt zwischen 18,5 - 24,9. Wir sprechen also von gefährlichem Übergewicht.

"Das sind Patienten, die im Wesentlichen an ihrer Fettleibigkeit sterben (würden)", so Dr. Casey Halpern zu Medium's Health Outlet Elemental.

Bei Mäusen hat es schon funktioniert. 60 Prozent weniger fettiges Essen nahmen diese zu sich, so der "Telegraph".

Jetzt startet die Stanford University den Versuch am Menschen, wie die "Metro" berichtet und hofft auf positive Ergebnisse.

Nie mehr Lust auf Hamburger und Co?

Heißhungerattacken auf ungesundes Essen sollen durch den Chip im Hirn verhindert werden. (Symbolbild)
Heißhungerattacken auf ungesundes Essen sollen durch den Chip im Hirn verhindert werden. (Symbolbild)  © dpa/Peter Kneffel

Fünf Jahre wird der Versuch am Menschen dauern. Die sechs Teilnehmer bekommen den RNS-Chip für jeweils mindestens 18 Monate in ihr Gehirn implantiert. Dort bleibt er zunächst sechs Monate, um zu "lernen". Er überwacht also die Gehirnaktivitäten der Probanden und soll herausfinden, durch welche Muster eine "Fressattacke" oder die Lust auf ungesundes Essen entsteht. In der Zeit werden noch keine Elektroschocks ausgelöst.

Danach wird dann die "Stimulation" eingeschaltet. Die Anzeichen, das Aktivitätsmuster, vor einer Fressattacke sollen dann rechtzeitig vor dem Entstehen identifiziert und mit einem kleinen elektrischen Impuls gestoppt werden. Also im Keim erstickt. So soll das Gehirn daran gehindert werden, den Gedanken ans Schlemmen überhaupt erst entstehen zu lassen. So die Theorie.

Besonders schwierig wird es sein, den Chip so zu schalten, dass er tatsächlich bei den richtigen Lebensmitteln ausschlägt und diese von anderen Belohnungsgefühlen zu trennen, so die Wissenschaftler. Der Chip wird nämlich am Nucleus Accumbens, dem Belohnungszentrum des Hirns, angebracht, der scheinbar viel zum falschen Essen oder auch dem Über-Essen beiträgt.

Aber die Nebenwirkungen scheinen enorm zu sein. Unter anderem könnten durch diese Therapie zum Beispiel Depressionen ausgelöst werden, eine allgemeine Unlust entstehen und sogar die Fähigkeit Freude zu empfinden, verloren gehen.

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