Diese Sex-Fantasien haben wir fast alle

Netz – Die Sexual- und Paar-Therapeutin Dr. Marlene Wasserman ist durch ihre jahrelange Arbeit zu dem Schluss gekommen, dass der Trend bei Paaren immer mehr zu offenen Beziehungen zu gehen scheint.

Eine Sex-Affäre wünschen sich die meisten Menschen in Partnerschaften, ohne dass daran die Liebe zerbrechen muss.
Eine Sex-Affäre wünschen sich die meisten Menschen in Partnerschaften, ohne dass daran die Liebe zerbrechen muss.  © 123RF

Darauf weisen die von ihren Kunden oft geäußerten sexuellen Fantasien hin, die Männer und Frauen vor allem dann haben, wenn sie in einer festgefahrenen, wenig aufregenden und sexuell eingeschlafenen Beziehung stecken.

"Die Menschen sind zunehmend gelangweilt von dem, was von der Gesellschaft als normales Sexualverhalten vorgegeben wird. Sie suchen nach mehr Abwechslung", erklärt Wasserman auf ihrer Homepage.

Mit dieser Einschätzung steht sie nicht allein da. Der US-Forscher Dr. Justin Lehmiller ist mit einer umfassenden Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass uns viel mehr sexuelle Fantasien miteinander verbinden, als wir voneinander denken. Dabei geht es nicht unbedingt um abgefahrene Fetish-Spielchen oder pornomäßiges Hochleistungsrammeln, sondern in aller erster Linie um den Wunsch nach mehr Abwechslung.

Demnach sei es normal, dass bei einem über Jahre gleichbleibenden Sexualpartner der Reiz nachlässt. Das zählt sowohl für Männer als auch Frauen. Dies sei aber unabhängig von der Liebe zu dem Partner.

Die häufigsten Sex-Fantasien

Viele Menschen teilen ähnliche sexuelle Fantasien. Sie müssen nur miteinander darüber reden.
Viele Menschen teilen ähnliche sexuelle Fantasien. Sie müssen nur miteinander darüber reden.  © 123RF

Die Ergebnisse seiner Arbeit veröffentlichte Lehmiller in dem Buch "Tell me what you want". Die größten Fantasien der meisten Menschen lässt er so zusammen:

  • Gruppensex,
  • harter, dominanter Sex,
  • Abenteuer, Neues erleben, Abwechslung im Bett,
  • Tabus brechen, Sex an verbotenen Orten, Sex mit fremden Menschen,
  • nicht monogam leben
  • Leidenschaft und Romantik

Beide Wissenschaftler schließen daraus, dass für ein sexuell erfülltes Leben viele Menschen immer mehr auf sexuelle Treue verzichten würden. Allerdings stünde dem immer noch die gesellschaftliche Erwartungshaltung entgegen.

Nach dieser bedeutet wahre Liebe gleichzeitig eine monogame Beziehung, egal wie sehr dies auch den Sehnsüchten der Partner im Wege steht.

Dr. Wasserman empfiehlt daher, in einer Beziehung über sexuelle Verlangen und Vorstellungen zu sprechen. Vielleicht bestehen ja mehr Übereinstimmungen, als man glaubt.

Wenn beide den Wunsch nach anderen Sex-Partnern haben, wäre dies ein erster Schritt in eine gemeinsame, für beide erfüllendere Richtung.

Titelfoto: 123RF


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