Kriegt Deutschland eine neue Steuer auf ungesunde Lebensmittel?

Wer fettig und unbewusst einkauft, wird dick. Wer dick wird, wird häufiger krank. Experten fordern daher eine Dickmacher-Steuer!
Wer fettig und unbewusst einkauft, wird dick. Wer dick wird, wird häufiger krank. Experten fordern daher eine Dickmacher-Steuer!  © DPA (Bildmontage)

Berlin - Deutschland könnte eine neue Steuer bekommen! Sie hat allerdings nichts mit den üblichen Themen wie Abgasen, Solidaritätszuschlag oder Maut zu tun.

Sondern mit ungesundem Essen!

Forscher glauben nämlich, dass Übergewicht in Deutschland drastisch abnehmen würde, gäbe es das Druckmittel eine neuen Steuer auf ungesunde Lebensmittel.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Hamburg, die u.a. von der Deutschen Adipositas Gesellschaft (DAG) in Auftrag gegeben wurde.

Am wirkungsvollsten sei eine Staffelung der Mehrwertsteuer, die sich an der sogenannten Lebensmittelampel orientiert.

Und diese Staffelung könnte so aussehen:

0 Prozent auf gesunde Produkte wie Obst und Gemüse

7 Prozent auf Nudeln oder Fleisch

19 Prozent auf zuckerhaltige oder fettige Produkte.

Da bislang Lebensmittel zum Großteil mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von aktuell 7 Prozent verkauft werden, würden sich also viele (ungesunde) Produkte verteuern.

Pommes: Lecker, aber ungesund. Gesundheitsexperten wollen sie nicht verbieten, dafür aber höher besteuern.
Pommes: Lecker, aber ungesund. Gesundheitsexperten wollen sie nicht verbieten, dafür aber höher besteuern.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin ist inzwischen etwa jeder vierte bis fünfte Deutsche stark übergewichtig.

Die Diskussion über eine sogenannte "Dickmacher-Steuer" begann 2011, als Dänemark als erstes Land offiziell eine Steuer auf besonders fette Lebensmittel einführte. Seit 2012 gibt es in Frankreich wiederum eine Steuer auf zuckerhaltige Limonaden und Colas.

Und Mexiko führte 2013 eine Steuer ein, die alles abstraft, was mehr als 275 Kilokalorien je 100 Gramm beinhaltet, was bei Hamburgern, Schokoriegeln und Limonaden der Fall ist.

Nun muss die deutsche Politik entscheiden, ob eine Dickmacher-Steuer eingeführt wird. Befürworter loben den positiven gesundheitlichen Effekt und die Entlastung der Krankenkassen. Gegner sehen einen Einschnitt in die persönliche Freiheit.


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