Für Astronauten: Wissenschaftler wollen aus Sch... Essen machen

Derzeit wird für die Ernährung auf Weltraumflügen geforscht, ob man aus Ausscheidungen Essbares machen kann.
Derzeit wird für die Ernährung auf Weltraumflügen geforscht, ob man aus Ausscheidungen Essbares machen kann.  © DPA

Pennsylvania (USA) - Stell Dir vor, Du bist Astronaut, und Wissenschaftler forschen daran, wie man aus Kot wieder nahrhaftes Essen zaubert, um Dich im All zu ernähren. Würdest Du da noch um die Erde kreisen wollen?

Ja, richtig gelesen! Wissenschaftler sind momentan mit "Sch..." beschäftigt. Jeder Millimeter auf Raumstationen ist wertvoll. Also müssen Lösungen her, die "Gepäck-Einsparungen" bringen. Je mehr Lebensmittel transportiert werden müssen, desto weniger Platz ist für wirklich Wichtiges wie Treibstoff oder technisches Gerät...

Auch das Gewicht der Fressereien drückt auf die Waage. Würden die Astronauten vor Ort ihr Essen selbst anbauen, kostet das wiederum viel Energie und Wasser. Gerade Wasser ist wertvoll - so wertvoll, dass die Astronauten ihren Urin sammeln müssen und dieser wieder zu klarem Wasser gefiltert wird.

Hier setzen kluge Köpfe wie Professor Christopher House an. So ein Weltraumflug muss schließlich bei all den langen Flügen ökonomisch ablaufen. Christopher House also will "Scheiße zu Gold machen".

Der Mikroben-Wissenschaftler von der State University Pennsylvania hat demnach entdeckt, dass manche Mikroben die Fähigkeit haben, "aus menschlichen Exkrementen wieder eine potenzielle Nahrungsquelle" für Menschen zu machen. Das zumindest legt dessen Studie nahe.

Wenn's mal wieder länger dauert im All, muss eine Lösung her

Das Endprodukt würde Marmite oder Vegemite ähneln. Die "Mikroben-Paste" entstünde durch Gärung - eine Zersetzung im sauerstofffreien Milieu.
Das Endprodukt würde Marmite oder Vegemite ähneln. Die "Mikroben-Paste" entstünde durch Gärung - eine Zersetzung im sauerstofffreien Milieu.

Menschliche Ausscheidungen können also eine wertvolle Ressource für Astronauten auf Weltraummissionen sein.

Ein Penn State-Forschungsteam hat gezeigt, dass es möglich ist, feste und flüssige Abfälle schnell abzubauen, um Nahrungsmittel mit einer Reihe von "mikrobiellen Reaktoren" zu züchten, während gleichzeitig das Wachstum von Krankheitserregern minimiert wird.

"Wir haben uns das Konzept ausgedacht und getestet, wie die Abfälle von Astronauten gleichzeitig mit Mikroben behandelt werden und gleichzeitig eine Biomasse produziert wird, die entweder direkt oder indirekt essbar ist", so der ambitionierte Christopher House. "Es ist ein bisschen seltsam, aber das Konzept wäre ein bisschen wie Marmite oder Vegemite", klingt nach mikrobieller Schmiere.

Das Endprodukt würde also einem Frühstücks-Aufstrich ähneln. Die "Mikroben-Paste" entstünde durch Gärung - eine Zersetzung im sauerstofffreien Milieu. In Methangas wird in einem Reaktor die Mikrobenart Methylococcus capsulatus gezüchtet. Diese Mikroben sind schon im EInsatz für Tierfutter! Ihr hoher Proteingehalt zeichnet sie aus, schreibt auch New Scientist, und wird auch als künftige Nahrung für die Menschheit gehandelt.

Dieses Mikroben-Futter sei "effizienter und schneller, als würde man im Weltraum Tomaten oder Kartoffeln pflanzen", so House. Die Mikroben-Idee fürs All ist geboren! Nun müsse nur noch die NASA ja sagen...


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