Studie enthüllt: Macht uns dieses Hormon zu besseren Eltern?

Hamburg - Eine neue Studie der Universität Hamburg hat gezeigt, wie sehr verschiedene Hormone die mütterlichen Gefühle steuern können.

Oxytocin beeinflusst, wie sensitiv Erwachsene auf das Kindchenschema reagieren.
Oxytocin beeinflusst, wie sensitiv Erwachsene auf das Kindchenschema reagieren.  © 123RF

Große Augen, Stupsnase und Pausbacken sind typische Merkmale von Kindergesichtern. Erwachsene finden sie süß, für Kleinkinder sind diese vor allem eines: überlebenswichtig. Die typischen Gesichtszüge, auch Kindchenschema genannt, wirken als Schlüsselreiz im Belohnungssystem des Gehirns und bringen die Eltern dazu, sich um den Nachwuchs zu kümmern.

Auch die Sexualhormone Oxytocin und Testosteron beeinflussen dieses Belohnungssystem im Gehirn: Oxytocin, das oft auch als "Kuschelhormon" bezeichnet wird, stärkt die soziale Bindung der Mutter zum Kind. Testosteron dagegen wirkt vermutlich negativ auf die mütterliche Verhaltensweise.

Dabei zeigt die Studie von Sarah Holtfrerich und Prof. Dr. Esther Diekhof aus der Abteilung Neuroendokrinologie am Institut für Zoologie nun, dass Oxytocin die negative Wirkung von Testosteron durchaus ausgleichen kann. Dies berichten die Wissenschaftlerinnen in der aktuellen Ausgabe des Scientific Reports.

Die Forscherinnen untersuchten, wie die beiden Hormone interagieren und ob sie Reaktionen auf das Kindchenschema beeinflussen. Hierfür wurde einer Gruppe Oxytocin, einer zweiten Gruppe ein Placebo verabreicht.

Die Studie wurde an der Universität Hamburg durchgeführt.
Die Studie wurde an der Universität Hamburg durchgeführt.  © DPA

Anschließend analysierten die Wissenschaftlerinnen die Hirnaktivität, während sich die Teilnehmer Bilder von Erwachsenen und Kindern mit unterschiedlich ausgeprägtem Kindchenschema ansahen.

"Verabreichten wir Frauen mit hohen Testosteronspiegeln Oxytocin, erhöhte sich die Aktivität im Belohnungssystem des Gehirns, sobald sie Babygesichter sahen", fasst Sarah Holtfrerich ihre Ergebnisse zusammen.

"Außerdem reagierte die Frauengruppe nach der Gabe von Oxytocin deutlicher sensitiver auf das Kindchenschema."

Bei Teilnehmern, die ein Placebo bekommen hatten, zeigte sich keine erhöhte Präferenz. Für Holtfrerich ist das ein erster Hinweis darauf, dass Oxytocin die negative Wirkung des männlichen Sexualhormons Testosteron ausgleicht und das Fürsorgeverhalten der Frau motivieren kann.

Die Hormonforscherin plant nun weitere Studien, um die Ergebnisse mit Müttern und Vätern zu überprüfen. Möglicherweise können sie in Zukunft bei psychiatrischen Störungen (wie der Wochenbettdepression) eine wichtige Rolle spielt.


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