Studie beweist: Thüringen hat besonders viele Einser-Abiturienten

Erfurt/Berlin - Immer mehr Schüler in Deutschland schließen ihr Abitur mit einer Eins vor dem Komma ab, besonders viele kommen dabei aus Thüringen.

Die Abiturprüfungen werden von immer mehr Schülern mit einer Eins vor dem Komma bestanden.
Die Abiturprüfungen werden von immer mehr Schülern mit einer Eins vor dem Komma bestanden.  © DPA

Hatte 2008 noch jeder fünfte Schulabsolvent einen Notenschnitt von mindestens 1,9, war es 2018 bereits mehr als jeder vierte, wie die Rheinische Post unter Berufung auf eine von ihr durchgeführte Umfrage in allen 16 Bundesländern berichtete.

Demnach wuchs in den vergangenen zehn Jahren der Anteil der Einser-Abiturienten in 15 von 16 Bundesländern. Nur Baden-Württemberg verzeichnete einen leichten Rückgang.

Spitzenreiter ist Thüringen, wo 37,9 Prozent der Schulabgänger Einser-Abi-Noten erreichten. Es folgen Sachsen (34,6 Prozent) und Bayern (31,5 Prozent). Auf den letzten Plätzen befinden sich Niedersachsen (21,7 Prozent) und Schleswig-Holstein (17,3 Prozent).

Was für viele Schüler positiv ist, bewertet der Deutsche Hochschulverband (DHV) negativ. "Wir sehen es mit Sorge, dass die Abiturnoten besser werden", sagte DHV-Sprecher Matthias Jaroch.

Der "Noteninflation" müsse Einhalt geboten werden: "Qualität muss Vorrang vor Quantität haben." Schon heute fehlten den Studienanfängern häufig wichtige Grundkenntnisse, etwa in Mathematik.

Rangfolge der Bundesländer

Im folgenden gibt es nun die komplette Tabelle mit allen Platzierungen der einzelne Bundesländer und der Prozentzahl der Einser-Abiturienten.

1. Thüringen: 37,9 Prozent

2. Sachsen: 34,6 Prozent

3. Bayern: 31,5 Prozent

4. Brandenburg: 30,2 Prozent

5. Sachsen-Anhalt: 29,9 Prozent

6. Mecklenburg-Vorpommern: 28,9 Prozent

7. Bremen: 27,4 Prozent

8. Hessen: 27,2 Prozent

9. Berlin: 26,4 Prozent

10. Hamburg: 26,0 Prozent

11. Saarland: 25,8 Prozent

12. NRW: 24,3 Prozent

13. Baden-Württemberg: 24,0 Prozent

14. Rheinland-Pfalz: 22,5 Prozent

15. Niedersachsen: 21,7 Prozent

16. Schleswig-Holstein: 17,3 Prozent

Titelfoto: DPA

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