"Stumpf, asozial, sinnlos": Sandro Wagner rechnet ab

Tianjin - Der inzwischen im chinesischen Tianjin spielende und ehemalige Fußball-Nationalspieler Sandro Wagner ist für seine klaren Haltungen bekannt. Nun hat er sich die sozialen Medien vorgeknöpft und diese äußerst scharf kritisiert.

Familienmensch Sandro Wagner mit Frau und Kind beim Besuch des ersten Bayern-Spiels der Saison gegen Hertha BSC Berlin im August.
Familienmensch Sandro Wagner mit Frau und Kind beim Besuch des ersten Bayern-Spiels der Saison gegen Hertha BSC Berlin im August.  © Matthias Balk/dpa

Dem 31-Jährigen "fehlen die Worte. Wie dort miteinander umgegangen wird, so stumpf, asozial, sinnlos. Da frage ich mich schon, wo soll das noch hinführen?", sagte der beim chinesischen Club Tianjin Teda beschäftigte Stürmer in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit dem Portal "t-online.de".

Der Vater von drei Kindern bezeichnete die Sozialen Medien als "ganz großes Übel": "Ich sehe die Gefahr, dass unsere Kinder immer dümmer und letztlich auch unglücklicher werden. Weil sie falschen Vorbildern hinterher eifern, die eine glattgeleckte Glamour-Welt vorheucheln."

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Wie er weiter verrät, habe sich während eines Trainingslagers mal anonym bei Instagram angemeldet, "um zu schauen, was dort abgeht. Und wenn ich diese ganzen kleinen Instagram-Gangster sehe mit ihren Goldketten ... Im echten Leben muss Mami kommen, wenn es ein Problem gibt."

Wagner ist im vergangenen Winter von deutschen Rekordmeister FC Bayern München nach China gewechselt. Der Umzug sei seiner Familie zunächst schwer gefallen: "Meine Tochter ist bereits acht und hat mich gefragt, warum ich noch mehr Geld verdienen möchte. Ich hätte doch bereits schon einen Porsche."

Er betont, dass es ihm wichtig sei, dass sich seine Familie nicht groß mit dem Fußball beschäftigt. "Ich finde das immer ein wenig befremdlich, wenn Kollegen das ganze Wohnzimmer wie ein Fußball-Museum dekorieren. Müllmänner haben schließlich auch keine besonders gut geleerte Tonne dort rumstehen."

Mann der klaren Worte: Sandro Wagner.
Mann der klaren Worte: Sandro Wagner.  © Sven Hoppe/dpa

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