Sturmchaos im Norden! Züge fallen weiter aus

Hamburg/Hannover - Heftiges Unwetter hat am Dienstagabend für ordentlich Chaos in Norddeutschland gesorgt (TAG24 berichtete). Doch von Entspannung kann auch am Mittwoch keine Rede sein.

 Auf dem Display im Bahnhof werden nach einem Sturm verspätete Züge angezeigt.
Auf dem Display im Bahnhof werden nach einem Sturm verspätete Züge angezeigt.  © Peter Steffen/dpa

Denn auch am Mittwoch müssen sich Bahnreisende auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen.

"Die Fernverkehrszüge zwischen Hannover und Bremen werden weitgehend ausfallen", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Auch auf der Strecke zwischen Hamburg und Hannover könne es zu Einschränkungen kommen. "Wir empfehlen, dass sich Fahrgäste vor Reiseantritt über ihre Verbindung informieren."

Für Mittwoch ist laut Deutschem Wetterdienst aber immerhin nicht mit einem weiteren Sturm zu rechnen.

Grund für die Ausfälle und Verspätungen seien unter anderem Reparaturarbeiten, sagte der Bahn-Sprecher.

Zudem seien viele Züge und Bahnmitarbeiter durch die Probleme am Vorabend nicht dort angekommen, wo sie ihren Dienst am Morgen hätten antreten sollen. Das könne sich zum Betriebsstart auch auf Regionalverbindungen auswirken.

Gekaufte Tickets verlieren laut Informationen der Bahn nicht ihre Gültigkeit.

Fahrscheine für die betroffenen Strecken können entweder kostenfrei storniert werden oder für die Fahrt in einem beliebigen Zug auf der Strecke innerhalb einer Woche nach Störungsende genutzt werden.

Reisende mussten in Zügen übernachten

Umgestürzte Bäume: Die Feuerwehr hatte in der Nacht jede Menge zu tun.
Umgestürzte Bäume: Die Feuerwehr hatte in der Nacht jede Menge zu tun.  © Blaulicht-News.de

Der Sturm hatte dem Bahnverkehr am Dienstagabend besonders im Norden und Nordosten Deutschlands große Probleme beschert: Passagiere mussten auf andere Züge ausweichen, Bäume, Unrat und Teile abgedeckter Dächer lagen in den Gleisen und Oberleitungen wurden beschädigt. In Hannover mussten 200 Menschen in zwei Zügen übernachten.

Aus einem anderen ICE, der von Chur in der Schweiz nach Hamburg unterwegs war, wurden 150 Fahrgäste bei Nienburg in Busse verfrachtet und nach Hannover gefahren.

300 weitere Menschen aus dem gleichen Zug warteten über zwei Stunden auf dessen Weiterfahrt. Um 1.35 Uhr am Mittwochmorgen setzte der Zug sich dann wieder in Bewegung.

Die Strecke Hannover-Bremen war zeitweise gesperrt. Der Zugverkehr zwischen Hamburg und Bremen wurde über eine Güterzugstrecke umgeleitet.

Auf der Strecke Hamburg-Hannover hatte es über mehrere Stunden große Probleme wegen eines Oberleitungsschadens gegeben.

Auch die Strecken der Bahngesellschaft Metronom waren vorübergehend gesperrt. Etwa eine Stunde vor Mitternacht teilte das Unternehmen dann mit, dass alle Routen wieder befahrbar seien.

Auf der Insel Norderney mussten vier vom Wasser eingeschlossene Urlauber und ein Kleinkind von einem Hubschrauber in Sicherheit gebracht werden.

Die Gruppe war nach Angaben der Feuerwehr am Dienstag im Osten der Insel auf eine Düne geklettert und hatte einen Notruf abgesetzt. Wegen eines Sturms war das Hochwasser in der Nordsee deutlich höher als normal ausgefallen.

Laut Deutschem Wetterdienst wurde der Höhepunkt des Sturms zwischen Dienstagnachmittag und Dienstagabend erreicht. In der Nacht habe sich der Wind deutlich abgeschwächt.

Tagsüber werde der Wind im Binnenland zwar noch einmal etwas stärker, aber nicht mehr so stark wie am Dienstag.

Update, 8.17 Uhr: Lage entspannt sich

Nach den Sturmschäden entspannt sich die Lage bei der Deutschen Bahn. Zwar komme es noch zu Verspätungen und Teilausfällen, sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Morgen.

Zwischen Hannover und Bremen laufe der Regionalverkehr aber wieder, wenn auch auf eingleisiger Strecke.

Die Strecke Hannover – Hamburg ist laut Bahn ebenfalls wieder eingleisig befahrbar. "Hier verkehren sowohl die Züge des Fernverkehrs als auch des Regionalverkehrs", sagte die Sprecherin.

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