NRW-Sturmbilanz: Ein Toter durch "Eberhard", Unfälle, Chaos bei Bahn

Köln/Düsseldorf/Rheinland/NRW - Sturm "Eberhard" hat in NRW großen Schaden angerichtet. Feuerwehren und Polizei waren in Köln, im Rheinland und ganz NRW im Dauereinsatz. Der Bahnverkehr war in Nordrhein-Westfalen komplett eingestellt. Am Montag kommt es weiter zu Einschränkungen.

Die Domplatte in Köln wurde am Sonntagabend wegen des Sturms gesperrt.
Die Domplatte in Köln wurde am Sonntagabend wegen des Sturms gesperrt.  © DPA

Es sei mit "erheblichen Beeinträchtigungen" sowohl im Fern- als auch im Regionalverkehr zu rechnen, sagte ein Bahnsprecher noch am Sonntagabend.

Reisende sollten sich auf jeden Fall im Vorfeld informieren, ob ihr Zug fährt.

Weil Sturm "Eberhard" Bäume auf die Gleise geweht und für einen Stromausfall im wichtigen Stellwerk Essen gesorgt hatte, war der Zugverkehr in NRW am Sonntagnachmittag komplett gestoppt worden.

Sturm "Eberhard" war am Sonntag mit Böen bis Windstärke 11 und 12 über NRW hinweggefegt.

In Bestwig im Hochsauerlandkreis starb ein Autofahrer, als ein entwurzelter Baum während der Fahrt auf sein Auto fiel.

Einsatzkräfte kämpften landesweit bei mehreren tausend Einsätzen mit umgestürzten Bäumen und abgedeckten Hausdächern.

Update, 8.41: Bahn nimmt Betrieb auf, Stau in NRW

Nach Sturmtief "Eberhard" ist der Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen am Montagmorgen wieder angelaufen, es gab aber weiter Ausfälle und verspätete Züge. Der Fernverkehr von und nach NRW sei größtenteils wieder in Betrieb, sagte eine Bahnsprecherin.

"Im Regionalverkehr gibt es noch Einschränkungen." Reisende brauchten weiter Geduld.

Auf den Autobahnen bildeten sich im Berufsverkehr bis 07.45 Uhr morgens Staus von rund 420 Kilometern Länge, wie der WDR berichtete.

Längere Behinderungen gab es unter anderem auf der Autobahn 40 im Ruhrgebiet und auf der A52 in Richtung Düsseldorf.

Feuerwehr wegen Sturm Eberhard in NRW im Dauereinsatz

Die Kameraden der Feuerwehren in ganz NRW mussten viele umgestürzte Bäume zerlegen.
Die Kameraden der Feuerwehren in ganz NRW mussten viele umgestürzte Bäume zerlegen.  © DPA

In Bochum wurde eine Feuerwehrfrau von einem Baum getroffen und verletzt, in Köln mussten Einsatzkräfte eine eingeklemmte Person unter einem umgestürzten Baum befreien.

In Solingen verletzte sich ein Feuerwehrmann, als er einen Baum kleinsägen wollte.

An den großen Bahnhöfen hatten zahlreiche Reisende nach dem Stopp des Zugverkehrs versucht, irgendwie an ihr Ziel zu kommen. Mietwagen waren ausgebucht, Taxis kaum zu kriegen.

In zahlreichen Städten und Kreisen waren Feuerwehr und Polizei stundenlang im Einsatz. Bäume wurden entwurzelt, stürzten auf Autos, gegen Häuser oder zerstörten Stromleitungen.

Der bei Bestwig getötete Autofahrer war auf einer Landstraße unterwegs, als der Sturm mehrere Bäume entwurzelte. Ein Baumstamm sei direkt auf das Fahrzeug geprallt und habe es unter sich begraben, teilte die Polizei mit.

Für den 47-Jährigen sei jede Hilfe zu spät gekommen. Während des Einsatzes seien die Rettungskräfte selbst durch weitere umstürzende Bäume in Gefahr geraten.

Flüge umgeleitet, Herausforderung für Piloten

Für die Piloten am Flughafen Düsseldorf sorgte der Sturm ebenfalls für eine Herausforderung beim Landen.
Für die Piloten am Flughafen Düsseldorf sorgte der Sturm ebenfalls für eine Herausforderung beim Landen.  © Jan Ohmen

Auch der Verkehr auf den Autobahnen war stark beeinträchtigt. An mehreren Stellen stürzten Äste und Bäume auf die Fahrbahn.

Auf der A3 gab es am Sonntagnachmittag einen schweren Unfall mit einem Lkw. Ob er durch eine Sturmböe ausgelöst wurde, ist noch nicht abschließend geklärt.

Auf der A45 südlich von Hagen wurden die Begrenzungen einer Baustelle so stark verschoben, dass die Strecke gesperrt werden musste. In Dortmund war die A40 zeitweise überflutet.

Am Möhnesee musste die Feuerwehr mehrere Menschen befreien, die durch umgestürzte Bäume in ihren Autos eingeschlossen gewesen seien - verletzt wurde niemand.

In Duisburg wurde ein tonnenschwerer Verladekran umgeweht und landete zur Hälfte im Rhein.

Wegen der heftigen Böen hatten zwei Flugzeuge nach Köln/Bonn einen anderen Airport ansteuern müssen.

Eine Passagiermaschine sei nach Münster umgeleitet worden, eine Frachtmaschine nach Hamburg, sagte ein Sprecher am Sonntag. Einige weitere Flugzeuge seien beim Anflug durchgestartet und später sicher gelandet.

Am Flughafen Düsseldorf lief der Betrieb normal. Passagiere an Bord würden aber sicherlich etwas mehr durchgeschüttelt als sonst, sagte ein Sprecher.

Ab Montag erwarten die Experten dann keine so gefährlichen Windstärken mehr. Dafür könnte der Winter zurückkommen: Selbst in tieferen Lagen könne Schneeregen fallen und eine glitschige Schicht auf den Straßen bilden, teilte der DWD mit.

Hier entwurzelte der Sturm einen Baum, der auf ein Auto fiel und angeschlossene Fahrräder in die Luft hob.
Hier entwurzelte der Sturm einen Baum, der auf ein Auto fiel und angeschlossene Fahrräder in die Luft hob.  © Vincent Kempf
Ein umgestürzter Baum in Düsseldorf.
Ein umgestürzter Baum in Düsseldorf.  © DPA

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