Schreckensbilanz von Sturm Eberhard: Züge stehen still, Toter, Verletzte

Deutschland - Sturmtief "Eberhard" hat an vielen Orten in Deutschland für Verwüstungen und Bahnchaos gesorgt. Ein Mensch starb, als sein Auto von einem Baum getroffen wurde. Einsatzkräfte kämpften landesweit bei mehreren tausend Einsätzen mit umgestürzten Bäumen und abgedeckten Hausdächern.

Bahnreisende stehen im Kölner Hauptbahnhof und informieren sich, wie und wo sie die Nacht verbringen können
Bahnreisende stehen im Kölner Hauptbahnhof und informieren sich, wie und wo sie die Nacht verbringen können  © DPA

In Nordrhein-Westfalen wurde der Bahnverkehr komplett eingestellt. Böen bis Windstärke 11 und 12 hatten Bäume auf die Gleise geweht und für einen Stromausfall im wichtigen Stellwerk Essen gesorgt.

Montagmorgen ist der Verkehr wieder angelaufen, es gab aber weiter Ausfälle und verspätete Züge (TAG24 berichtete) . Auf den Autobahnen bildeten sich im Berufsverkehr bis 7.45 Uhr morgens Staus von rund 420 Kilometern Länge, wie der WDR berichtete.

Für zahlreiche Bahnreisende schwand am Abend die letzte Hoffnung, trotz des Sturms noch ans Ziel zu kommen. An Bahnhöfen wie Hamburg Hbf, Hamburg-Altona, Osnabrück, Berlin Hbf, Hamm (Westfalen), Dortmund, Duisburg, Köln, Frankfurt/Main stellte die Bahn sogenannte Aufenthaltszüge bereit, in denen gestrandete Fahrgäste auch die Nacht verbringen können.

Zudem seien viele Taxigutscheine ausgestellt worden und Hotelnächte bezahlt worden, hieß es von der Bahn.

Verletzte und Toter

Das Dach der Halle einer Tankstelle wurde vom Sturmtief Eberhard abgedeckt und flog auf die Oberleitung der OEG in der Hohensachser Straße. Der Straßenbahnverkehr wurde eingestellt.
Das Dach der Halle einer Tankstelle wurde vom Sturmtief Eberhard abgedeckt und flog auf die Oberleitung der OEG in der Hohensachser Straße. Der Straßenbahnverkehr wurde eingestellt.  © DPA

In Bestwig im Hochsauerlandkreis starb ein Autofahrer, als ein entwurzelter Baum während der Fahrt auf sein Auto fiel.

In Sachsen wurden örtlich (z.B. in Chemnitz und Leipzig) sogar Orkanböen gemessen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in der Nacht zum Montag mitteilte. Auf der A72 bei Chemnitz zog sich ein 47-Jähriger schwere Verletzungen zu, als der Wind seinen auf dem Seitenstreifen angehaltenen Kleintransporter zum Umkippen brachte. Bei anderen sturmbedingten Unfällen wurden zwei weitere Menschen durch umstürzende Bäume in ihren Autos leicht verletzt.

Bei einem Einsatz in Bonn sind zwei Polizisten von weggewehten Holzteilen getroffen und verletzt worden. Die Beamten (26, 34) versuchten eine Gefahrenstelle zu sichern, an der Windböen Holzteile von einer Großbaustelle auf eine Straße geweht hatten. Plötzlich seien neue Holzteile aufgewirbelt worden und hätten die Polizisten am Kopf und am Rücken getroffen. Sie kamen in Krankenhäuser.

In Bochum wurde eine Feuerwehrfrau von einem Baum getroffen und verletzt, in Köln mussten Einsatzkräfte eine eingeklemmte Person unter einem umgestürzten Baum befreien. In Solingen verletzte sich ein Feuerwehrmann, als er einen Baum kleinsägen wollte.

Tausende Feuerwehreinsätze

Ein umgekippter Baum liegt auf drei Autos auf der Düsseldorfer Cecillienallee.
Ein umgekippter Baum liegt auf drei Autos auf der Düsseldorfer Cecillienallee.  © DPA

In Thüringen wurde ein Dorf durch quer liegende Bäume vollständig von der Außenwelt abgeschnitten. Da die versuchte Räumung am Sonntag weitere Bäume zum Einsturz brachte, vertagte man die Arbeit aus Sicherheitsgründen.

In Dresden wurden Teile einer Einkaufsstraße wegen herabgestürzter Gegenstände gesperrt. In Chemnitz wurde das Dache eines Pflegeheims abgerissen (TAG24 berichtete)

Hunderte Einsätze der Polizei meist wegen umgestürzter Bäume gab es auch in den anderen südlichen Bundesländern Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, Baden-Württemberg, Bayern.

Auf der A45 südlich von Hagen in NRW wurden die Begrenzungen einer Baustelle so stark verschoben, dass die Strecke gesperrt werden musste. In Dortmund war die A40 zeitweise überflutet.

In Hessen in Herborn drohte das zum Teil vom Wind gelöste Blechdach einer Autowerkstatt auf die A45 zu fliegen, weshalb die Autobahn vorübergehend gesperrt wurde.

Wettervorhersage

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob seine Unwetterwarnungen in der Nacht zum Montag auf. Die Experten warnten lediglich noch vor orkanartigen Böen, insbesondere in Hochlagen. "Es ist noch ein bisschen windig, aber weitgehend vorbei", sagte ein DWD-Sprecher am frühen Morgen.

Die nördlichen Bundesländer blieben weitestgehend von "Eberhard" verschont. In der Nacht zum Montag erwartete der Deutsche Wetterdienst in Teilen des Nordens Deutschlands bis ins Flachland Schneefall, der bereits am Sonntag lokal einsetzte.

Von einem Hubsteiger aus versuchen Feuerwehrmänner, das Blechdach eines Kirchturms im Stadtteil Gallus zu sichern, welches sich losgerissen hatte.
Von einem Hubsteiger aus versuchen Feuerwehrmänner, das Blechdach eines Kirchturms im Stadtteil Gallus zu sichern, welches sich losgerissen hatte.  © DPA
In Chemnitz wurden Teile eines Dachs von diesem Gebäude abgerissen.
In Chemnitz wurden Teile eines Dachs von diesem Gebäude abgerissen.  © DPA
Ein umgestürzter und zerschnittener Baumstamm liegt nach dem Sturmtief Eberhard in einer Haltestelle der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB).
Ein umgestürzter und zerschnittener Baumstamm liegt nach dem Sturmtief Eberhard in einer Haltestelle der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB).  © DPA
Die Treppe vor dem Dom ist abgesperrt. Es besteht Gefahr, dass Gegenstände vom Dom herabfallen.
Die Treppe vor dem Dom ist abgesperrt. Es besteht Gefahr, dass Gegenstände vom Dom herabfallen.  © DPA

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