Brennpunkt Stuttgart 21: Geht es Tausenden Eidechsen an den Kragen?

Stuttgart - Bei einem zweitägigen Erörterungstermin wollen Gegner und Befürworter des geplanten Abstellbahnhofs ihre Argumente zu einem der zentralen Teile des Bahnprojekts Stuttgart 21 austauschen.

Ein Zug fährt auf Gleisen am zukünftigen Abstellbahnhof Untertürkheim, der Teil des Bahnprojektes Stuttgart 21 ist, vorbei. (Archivbild)
Ein Zug fährt auf Gleisen am zukünftigen Abstellbahnhof Untertürkheim, der Teil des Bahnprojektes Stuttgart 21 ist, vorbei. (Archivbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Am Mittwoch (9 Uhr) und Donnerstag spielen vor allem die Themen Lärm und Artenschutz eine Rolle. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Stuttgart sind 370 Einwendungen zum Neubau eingegangen.

Auf der Fläche des alten Güterbahnhofs sollen künftig Züge abgestellt, gewendet und gereinigt werden. Der Bahnhof ist ein wichtiger Teil des sogenannten Ringkonzepts, das den milliardenschweren neuen Tiefbahnhof in Stuttgart zum Durchgangsbahnhof macht.

Für den Bau fehlt aber noch die Genehmigung. Anwohner fürchten vor allem die ihrer Ansicht nach zunehmende Lärmbelästigung.

Auf dem Gelände leben zudem Tausende Mauereidechsen, die aufwendig umgesiedelt werden müssten (TAG24 berichtete). Nach Angaben der Bahn stehen aber nur für etwa die Hälfte Ersatzflächen zur Verfügung.

Update 12.20 Uhr: Auf einem Erörterungstermin unter Leitung des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart haben beide Seiten am Mittwoch Argumente ausgetauscht.

Insgesamt sind bis zu zwei Tage zur Erörterung vorgesehen. "Eine Annäherung oder Einigung wird uns aber allenfalls in einzelnen Fragen gelingen können", dämpfte RP-Abteilungsleiterin Gertrud Bühler zum Auftakt die Erwartungen. Gegner des Projekts nutzten den Auftakt der Erörterung vor allem, um ihre starken Zweifel an Leistung und Sicherheit des geplanten Tiefbahnhofs und seiner Zuläufe erneut zu formulieren.

Anwohner fürchten vor allem die ihrer Ansicht nach zunehmende Lärmbelästigung. Auf dem Gelände leben zudem Tausende Mauereidechsen, die aufwendig umgesiedelt werden müssten. Nach Angaben der Bahn stehen aber nur für etwa die Hälfte Ersatzflächen zur Verfügung.

Mit einer Entscheidung des Eisenbahnbundesamts über das Projekt wird nicht vor Ende des Jahres gerechnet. Umweltschutzverbände haben bereits mit Klagen gedroht, sollte die Bahn ihre Pläne durchsetzen können.

Tausende Eidechsen müssten aufwendig umgesiedelt werden.
Tausende Eidechsen müssten aufwendig umgesiedelt werden.  © Steffi Machnik/dpa-tmn

Titelfoto: Steffi Machnik/dpa-tmn

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