Erdogan telefoniert mit von deutscher Polizei "misshandeltem" Türken

Istanbul/Stuttgart - Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat mit einem Türken in Deutschland telefoniert, der in Stuttgart laut staatlicher Nachrichtenagentur Anadolu von der Polizei "misshandelt" worden sein soll.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan meldete sich telefonisch bei dem 39-Jährigen und wünscht gute Besserung.
Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan meldete sich telefonisch bei dem 39-Jährigen und wünscht gute Besserung.  © DPA

Anadolu meldete am Montag, Erdogan habe den türkischen Staatsbürger am Vorabend angerufen, ihm gute Besserung gewünscht und sich bei ihm über den Vorfall informiert.

Ein Sprecher der Stuttgarter Polizei sagte, die Kollegen hätten am Samstag "professionell ihre Arbeit gemacht". Am Rand einer Demo von 30 Kurden sei es zu Beleidigungen und Handgreiflichkeiten gekommen.

Ein 39 Jahre alter Deutscher türkischer Herkunft sei als Provokateur ausgemacht und von der Polizei zur Feststellung der Personalien festgehalten und - da er sich widersetzte - "zu Boden gelegt" worden. Der Mann sei "mitnichten misshandelt" worden. Er werde wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte angezeigt.

Anadolu berichtete, der Betroffene habe in Stuttgart gegen eine Demonstration von "Anhängern der separatistischen Terrororganisation" - gemeint sind Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und ihres syrischen Ablegers YPG - protestiert.

Er sei dabei von der deutschen Polizei "misshandelt" worden. Erdogan kritisiert regelmäßig, dass deutsche Behörden zu nachsichtig mit PKK-Anhängern umgingen.


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