Herber Gewinneinbruch! Daimler-Chef Källenius hat heute schlechte Neuigkeiten

Stuttgart - Mit der Bilanz für 2019 wird Daimler-Chef Ola Källenius am Dienstag (11.30 Uhr) einen herben Gewinneinbruch verkünden müssen.

Daimler-Boss Ola Källenius.
Daimler-Boss Ola Källenius.  © Christoph Schmidt/dpa

Mehrfach seit seinem Amtsantritt bei dem Auto- und Lastwagenbauer im Mai hatte er die Erwartungen nach unten korrigiert.

Zuletzt meldete der Konzern auf Basis vorläufiger Zahlen ein operatives Ergebnis von rund 5,6 Milliarden Euro - gerade einmal halb so viel wie 2018.

Zwar kann die Kernsparte Mercedes-Benz für 2019 erneut einen Absatzrekord bei Pkw verbuchen. Der gesamte Konzern ächzt aber unter der Last von Milliardenkosten, einerseits für den Einstieg in die Elektromobilität und die Entwicklung von Zukunftstechnologien, andererseits für diverse Altlasten in der Dieselaffäre.

Zudem schwächelt das Geschäft mit den Lastwagen. Källenius hatte Daimler deshalb im November ein striktes Sparprogramm verordnet.

Källenius: "Wir können mit dem Gewinn nicht zufrieden sein"

Eine Mercedes A-Klasse wird montiert.
Eine Mercedes A-Klasse wird montiert.  © Uli Deck/dpa

Update 10.03 Uhr: Daimler teilte mit, dass unter dem Strich für 2019 gerade noch 2,4 Milliarden Euro übrig blieben. 2018 war es noch dreimal so viel - und selbst da war das auf die Aktionäre entfallende Ergebnis schon heftig eingebrochen.

Zwar konnte Daimler den Umsatz mit 172,7 Milliarden Euro noch leicht ausbauen - auch weil die Kernmarke Mercedes-Benz das Jahr erneut mit einem Absatzrekord abschloss. Hohe Kosten fressen aber einen Großteil gleich wieder auf.

So muss Daimler nicht nur die Investitionen in den Anlauf der Elektroauto-Produktion und in die Entwicklung teurer Zukunftstechnologien schultern. Auch die Rechnung für die Altlasten aus der Dieselaffäre ist im vergangenen Jahr immer länger geworden.

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"Während unsere Ergebnisse im Jahr 2019 die weiterhin starke Nachfrage nach unseren attraktiven Produkten widerspiegeln, können wir mit dem Gewinn nicht zufrieden sein", räumte Vorstandschef Ola Källenius ein.

Außerdem kürzte Daimler seine Dividende drastischer als erwartet. Die Aktionäre sollen je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr nur noch 90 Cent erhalten - nach 3,25 Euro das Jahr zuvor.

"Vor allem erhebliche Sonderbelastungen beeinträchtigten unsere Finanzergebnisse im vergangenen Jahr", betonte Källenius.

Prämie für Mitarbeiter drastisch geringer

Update 8.14 Uhr: Die Daimler-Mitarbeiter bekommen wegen des erneuten Gewinneinbruchs des Autobauers eine deutlich geringere Prämie als in den Vorjahren.

Die rund 130.000 Tarifbeschäftigten erhalten 2020 nur 597 Euro Ergebnisbeteiligung, wie Daimler am Dienstag mitteilte. Dazu kommt eine einmalige Anerkennungsprämie von bis zu 500 Euro. Im Vorjahr hatte die Prämie noch bei 4965 Euro gelegen.

Grundlage für die Ermittlung der Prämie ist eine Berechnungsformel, die den Gewinn vor Zinsen und Steuern und die Umsatzrendite miteinander verknüpft. Der operative Gewinn war im Vergleich zum Vorjahr um rund 61 Prozent auf rund 4,3 Milliarden Euro eingebrochen.

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