Bahn-Chaos im Ländle: Jetzt gerät Hermann unter Beschuss!

Stuttgart - Zugausfälle, Verspätungen, fehlende Sitzplätze - die Lage des Schienennahverkehrs im Land ist chaotisch.

Die Opposition sieht die Schuld bei Winfried Hermann.
Die Opposition sieht die Schuld bei Winfried Hermann.

Die Opposition sieht die Schuld beim grünen Verkehrsminister Winfried Hermann. Auch beim Koalitionspartner CDU wächst die Kritik an ihm.

"Wir erwarten von Verkehrsminister Hermann, dass er endlich handelt, statt permanent die Schuld von sich zu weisen", teilten erst Anfang der Woche die CDU-Abgeordneten Claus Paal und Siegfried Lorek mit.

Hermann werden Fehler bei der Ausschreibung der Strecken vorgeworfen. Der Minister wiederum sieht die Verantwortung bei den Zugherstellern Bombardier und Stadler wegen zu spät gelieferter Fahrzeuge. Am Donnerstag steht Hermann und dessen Verkehrspolitik im Fokus einer Landtagsdebatte.

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Die AfD hat das Thema auf die Tagesordnung gesetzt mit dem Titel: "Baden-Württembergs Verkehrspolitik in Trümmern – Wann tritt der Verkehrsminister zurück?"

Interessant dürfte sein, wie weit die CDU mit der Kritik an Hermann im Plenum geht - und wie sehr das Thema den Koalitionsfrieden strapaziert.

Update: 11.20 Uhr

AfD fordert Rücktritt von Hermann

Die AfD im Landtag fordert den Rücktritt von Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Neun Jahre Probezeit sollten genug sein, sagte AfD-Fraktionschef Bernd Gögel am Donnerstag mit Blick auf die Amtszeit von Hermann.

Gögel warf ihm unter anderem aufgrund der chaotischen Lage im Schienennahverkehr eine desaströse und ideologische Verkehrspolitik vor. Noch nie sei der öffentliche Verkehr so unzuverlässig gewesen.

Hermann sei völlig ungeeignet, die Verantwortung für den Verkehr weiter zu tragen. "Hören Sie auf, einen Sündenbock zu suchen. Den finden Sie nur in Ihrem Amtszimmer."

Update: 12.40 Uhr

Hermann weist Verantwortung von sich

Trotz erheblicher Kritik der Opposition sieht sich Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) nicht in der Verantwortung für die chaotischen Zustände im Schienennahverkehr.

"Ich lasse mir nicht alle Probleme, die in diesem System vorhanden sind, in die Schuhe schieben", sagte Hermann am Donnerstag im Landtag. Der Minister führte aktuelle Zugausfälle und Verspätungen wie etwa auf der Filstalbahn zwischen Stuttgart und Ulm auf Lieferschwierigkeiten der Zughersteller und Managementprobleme der Betreiber zurück.

Auch die sanierungsbedürftige Bahn-Infrastruktur sei Schuld.

Ein Zug des privaten Anbieters GoAhead auf der Filstalbahnstrecke.
Ein Zug des privaten Anbieters GoAhead auf der Filstalbahnstrecke.  © Sebastian Gollnow/dpa

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