Kommentar zum attackierten AfD-Politiker: Es gibt keinen "guten" Hass!

Stuttgart/Bremen - Der schwere Angriff auf den Bremer AfD-Landeschef Frank Magnitz (66) ist DAS Thema am Dienstag. Zahlreiche Menschen sind entsetzt. Auch ich. Doch nicht nur in Deutschland.

Frank Magnitz war am Montagabend angegriffen und schwer verletzt worden.
Frank Magnitz war am Montagabend angegriffen und schwer verletzt worden.

Auch der amerikanische Sender CNN, der britische Mirror oder der französische Le Figaro schreiben über die Attacke, die am frühen Montagabend geschah.

Magnitz war in Bremen von mindestens drei Männern attackiert und krankenhausreif geprügelt worden. Die Polizei geht von einem politischen Motiv aus, eine Sonderkommission wurde eingesetzt. Auch das Bundeskriminalamt ist an dem Fall dran.

Ob Linksradikale hinter der Attacke stecken? Im Netz wird fleißig spekuliert, die Polizei will über das mögliche politische Motiv jedoch nicht mutmaßen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt.

Die Bremer AfD postete derweil auf ihrer Facebookseite noch am Montag ein Foto von Magnitz, mit klaffender Kopfwunde. Überall Blut. Die Partei bezeichnet den Angriff in einem anderen Facebook-Post als Mordanschlag. Die Täter seien vermummt gewesen, hätten mit einem Kantholz auf den 66-Jährigen eingeschlagen.

Dieses Foto des blutüberströmten Politikers postete die AfD auf Facebook.
Dieses Foto des blutüberströmten Politikers postete die AfD auf Facebook.

Ich sage ganz klar: Man kann die AfD mögen oder nicht. Man mag ihre politischen Inhalte befürworten oder zutiefst ablehnen. Und ihre Politiker toll finden oder verdammen - aber niemand hat das Recht, anderen Menschen Gewalt anzutun!

Niemand braucht zu denken, dass es "guten" und "bösen" Hass gibt. Dass es gerechtfertigte Gewalt, gerechtfertigten Hass gibt. Es gibt nur Gewalt. Es gibt nur Hass. Punkt.

Es ist die große Errungenschaft unserer Demokratie, dass unsere politische Auseinandersetzung eben nicht auf der Straße stattfindet. Sondern im Parlament. Mit Argumenten.

Die Zeiten, als sich die politischen Lager auf der Straße die Köpfe einschlugen, die hatten wir. Es waren düstere Zeiten. Ich will nicht, dass wir wieder in solch eine Richtung driften.

Für mich gilt: Entweder man hat Argumente oder man hat keine. Gewalt ist jedoch KEIN Mittel der Auseinandersetzung!

Und Politiker (egal welcher demokratischen Partei!) sind kein Freiwild, dass man überfallen und zusammenschlagen kann. Es ist auch nicht legitim, einen Anschlag auf ein Parteibüro zu begehen, weil man sich offenbar moralisch im Recht dazu sieht.

Wer das nicht verstanden hat, um den mache ich mir Sorgen. Denn wer glaubt, er sei im Recht wenn er Gewalt ausübt oder andere Menschen einschüchtert, der gefährdet unsere Demokratie.

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