Warum dieser Mann auf alle selbstfahrenden Autos zugreifen möchte

Stuttgart - Die Digitalisierung schreitet voran - und birgt neben unzähligen Chancen auch etliche Risiken, heißt es bei Dekra. Der Prüfkonzern fordert deshalb von der Politik bessere Sicherheitsstandards.

Stefan Kölbl, Vorstandsvorsitzender von Dekra, ballt bei der Bilanzpressekonferenz des Prüfkonzerns die Faust.
Stefan Kölbl, Vorstandsvorsitzender von Dekra, ballt bei der Bilanzpressekonferenz des Prüfkonzerns die Faust.  © DPA

Deshalb fordert die Dekra für seine Branche einen ungefilterten Zugriff auf Daten aus automatisiert fahrenden Autos. Nur auf dieser Grundlage könnten Prüforganisationen ihren Sicherheitsauftrag zuverlässig erfüllen, sagte Dekra-Chef Stefan Kölbl am Montag in Stuttgart.

Das Sicherheitsniveau halte nicht mit der rasanten Entwicklung in der Digitalisierung mit, warnte Kölbl. So seien die Vorteile zwar unbestritten, allerdings gebe es auch Negativschlagzeilen zu Datenlecks und Datenklau, Todesfällen mit autonomen Fahrzeugen oder Robotern, die außer Kontrolle gerieten.

Deshalb seien neue Standards notwendig. "Wir brauchen auf globaler Ebene ein klares Regelwerk sowie ausgereifte und geprüfte Technik. Ansonsten spielt man nicht nur mit der Privatsphäre der Menschen, sondern auch mit ihrem Leben", sagte Dekra-Chef Stefan Kölbl am Montag in Stuttgart. Für jedes internetfähige Produkt müsse es künftig Sicherheitsstandards geben. Der Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission zur Cyber Security sei deshalb zu begrüßen.

Der Prüfkonzern hat im vergangenen Jahr 150 Millionen Euro investiert, davon einen Großteil in den Bereich digitaler Prüfkompetenz. Das Unternehmen steigerte den Umsatz 2017 um 8 Prozent auf mehr als 3,1 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern legte um 7 Prozent auf 236 Millionen Euro zu. Dekra beschäftigt weltweit 44 000 Mitarbeiter, fast 12 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Davon arbeiten in Deutschland 22 700 Menschen, das sind 13 Prozent mehr als noch 2016.

Dekra treibt das Thema Sicherheit im autonomen Fahren auch selbst voran: Das Unternehmen hat im vergangenen November die Rennstrecke Lausitzring in Südbrandenburg übernommen. "Damit verfügen wir nun über Europas größte herstellerunabhängige Prüf- und Teststrecke für automatisiertes und vernetztes Fahren", sagte Kölbl.

Ein Mitarbeiter der Prüforganisation Dekra öffnet im Rahmen einer Hautuntersuchung (HU) die Motorhaube eines VW T5 Diesel. (Symbolbild)
Ein Mitarbeiter der Prüforganisation Dekra öffnet im Rahmen einer Hautuntersuchung (HU) die Motorhaube eines VW T5 Diesel. (Symbolbild)  © DPA

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