Polizisten verletzt: Mehrere Festnahmen nach Kurden-Demo in Stuttgart!

Stuttgart - Mit wütenden Rufen in Richtung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (65) ist am Samstagnachmittag eine pro-kurdische Demonstration durch die Stuttgarter Innenstadt gezogen.

Die Straßen (hier der Rotebühlplatz) wurden gesperrt, damit die Menschenmenge durchmarschieren konnte.
Die Straßen (hier der Rotebühlplatz) wurden gesperrt, damit die Menschenmenge durchmarschieren konnte.  © privat

Anlass des Protestmarsches war - wie auch bei den Demos am Donnerstag und Freitag - die Militäroffensive der Türkei in Nordsyrien. Doch während an den Vortagen jeweils hunderte Menschen auf die Straße gingen, waren es am Samstag deutlich mehr.

"Genaue Zahlen liegen uns nicht vor, aber es dürften auf jeden Fall über 1000 sein", so ein Polizeisprecher gegenüber TAG24. Die Zahl sei für die Beamten auch deshalb so schwer zu schätzen, weil sich im Laufe des Marsches immer mehr Teilnehmer anschließen.

Die Menge, die unter anderem "Erdogan, Terrorist!" skandierte, dürfte sich jedoch nach Schätzung dieser Redaktion durchaus auf deutlich über 1000 Menschen belaufen.

Diese zogen begleitet von zahlreichen Polizeikräften ab 15.30 Uhr vom Schlossplatz aus etwa über die Theodor-Heuss-Straße und den Rotebühlplatz zurück zum Schlossplatz. Dort soll die Demo gegen 17.30 Uhr nach Polizeiangaben enden.

Nach einer Kundgebung am Freitagabend war es in Stuttgart zu mehreren Festnahmen gekommen. Und am Samstag? "Unschöne Vorfälle und Festnahmen gibt es bislang keine", so der Polizeisprecher. Ab und an brenne mal Pyrotechnik.

Angeblich sollen aus den Reihen der Teilnehmer auch Flaschen auf die Polizei geworfen worden sein. Dies konnte jedoch zunächst nicht bestätigt werden.

Update: 19.05 Uhr

Weitere Gruppe zieht durch die Stadt

Entlang der Theo und des Rotebühlplatzes waren am Abend (12.10) nochmals Demonstranten unterwegs.
Entlang der Theo und des Rotebühlplatzes waren am Abend (12.10) nochmals Demonstranten unterwegs.  © privat

Am Abend zog nochmals eine kleine Gruppe von jungen, pro-kurdischen Demonstranten durch die Innenstadt.

Begleitet von Polizeikräften riefen die etwa 100 Demonstranten Parolen, wie etwa "Deutschland finanziert, Türkei bombardiert!" und "Besatzer raus aus Kurdistan!".

Update: 19.52 Uhr

Böller geworfen, mehrere Festnahmen

Wie die Polizei mitteilt, ist sie derzeit nach der Kundgebung in der Stuttgarter Innenstadt noch immer im Einsatz. Während des Aufzugs am Nachmittag wurden "aus der Menge heraus Gegenstände, unter anderem auch Böller in Richtung Einsatzkräfte geworfen".

Gegen 17.30 Uhr war die Versammlung beendet. "Im Anschluss bewegten sich mehrere Gruppierungen ehemaliger Versammlungsteilnehmer unkontrolliert und zum Teil vermummt durch die Innenstadt", schreiben die Beamten. Und weiter: "Auf das Auftreten der Einsatzkräfte reagierten sie äußerst aggressiv und bewarfen sie erneut mit Böllern."

Nachdem weitere Einsatzkräfte hinzugezogen wurden, sind die Beamten derzeit dabei mehrere Tatverdächtige vorläufig festzunehmen. Hierbei kam es auch zum Einsatz von Pfefferspray. Der Polizeieinsatz dauert an.

Update: 21.42 Uhr

Mehrere Polizisten verletzt

Mittlerweile hat sich die Situation in der Innenstadt entspannt, so die Polizei. "Die Beamten kontrollierten mehrere Dutzend Personen und stellten die Personalien fest. Nach den polizeilichen Maßnahmen wurden die Personen wieder auf die Straße entlassen", heißt es in einer Mitteilung.

Die Ermittlungen zu begangenen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten laufen derweil. Bei dem Polizeieinsatz wurden mehrere Beamte leicht verletzt, die Gesamtzahl der Verletzten ist derzeit noch nicht bekannt.

Titelfoto: privat

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