Tausende Räder eingelagert, Diesel-Fahrverbot: Wie kommen die Autofahrer jetzt an ihre Reifen?!

Stuttgart - Seit dem 1. Januar gilt in Stuttgart Deutschlands erstes flächendeckendes Fahrverbot für ältere Diesel. Seit dem gestrigen 1. April gibt's auch für Diesel-Fahrer, die in der Landeshauptstadt wohnen, keine Schonfrist mehr. Da demnächst die Reifenwechsel anstehen, kommt die Frage auf: Wie kommen die Besitzer an ihre Pneus?!

Die Zeit ist reif zum Reifenwechseln. (Symbolbild)
Die Zeit ist reif zum Reifenwechseln. (Symbolbild)  © DPA

Eine alte Faustregel sagt zum Thema Winterreifen: "Von O bis O." Sprich: Von Oktober bis Ostern. Dann sollten die Sommerreifen drauf. Da nun also bald der Reifenwechsel ansteht, hat sich die Kraftfahrzeuginnung der Region Stuttgart zu Wort gemeldet.

Die Innung betreut laut eigener Aussage über 900 Autohäuser und Kfz-Meisterbetriebe - und hat klare Forderungen ans baden-württembergische Verkehrsministerium sowie die Stadt Stuttgart. In einem Brief verlangt sie, dass "alle Euro-4-Diesel, deren Sommerräder bei Stuttgarter Autohäusern eingelagert sind, ab sofort vom Dieselfahrverbot für auswärtige Fahrzeuge ausgenommen werden."

Innungsgeschäftsführer Christian Reher schreibt, es gehe hier "um einen wesentlichen Teil des Saisongeschäftes unserer Stuttgarter Mitgliedsbetriebe und um tausende von eingelagerten Rädern“. Für Härtefallregelungen mit Anträgen bleibe aus Sicht der Innung keine Zeit: "Wir schlagen vor, dass die Terminvereinbarung zum Räderwechsel die Einfahrerlaubnis darstellt und dass unsere Betriebe dies ihren Kunden in einem Anschreiben mitteilen."

Was sagt die Stadt zum Vorstoß der Innung? "In Abstimmung mit dem Verkehrsministerium wurde mit der Kfz-Innung ein für alle gangbares Verfahren abgestimmt", teilt eine Pressesprecherin gegenüber TAG24 mit.

Und weiter: "Hierzu muss der existenzgefährdete Betrieb, d.h. die Werkstatt, einen Antrag auf Ausnahmegenehmigung stellen und in diesem Verfahren die Existenzgefährdung nachweisen. Wenn der Kfz-Betrieb eine Ausnahmegenehmigung erhält, muss der Kunde eine Kopie dieser Ausnahmegenehmigung und die Terminbestätigung mitführen und den Kfz-Betrieb auf direktem Weg anfahren."

Somit könnten also auch die Besitzer älterer Diesel zur Werkstatt ihres Vertrauens fahren und die Reifen wechseln lassen. Oder etwa auch ihren Wagen warten lassen. Was eben ansteht.

Übrigens: Auch das Verkehrsministerium haben wir um eine Stellungnahme gebeten. Dort ist das Schreiben bislang jedoch noch gar nicht eingegangen, wie ein Pressesprecher unserer Redaktion per Mail mitteilte: "Eine Beantwortung Ihrer Frage kann nicht erfolgen, da die genauen Inhalte nicht bekannt sind."

 Seit Jahresbeginn heißt es für ältere Diesel in Stuttgart: Draußen bleiben. Seit April dürfen auch die in der Stadt wohnenden Besitzer ihren Selbstzünder nicht mehr fahren.
Seit Jahresbeginn heißt es für ältere Diesel in Stuttgart: Draußen bleiben. Seit April dürfen auch die in der Stadt wohnenden Besitzer ihren Selbstzünder nicht mehr fahren.  © DPA

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