Einsamkeit: Diese drei Lebensphasen sind besonders gefährlich!

Stuttgart - Einsamkeit ist eines der bestimmenden Themen bei Telefonseelsorge-Stellen.

Sonia Lippke von der Jacobs University Bremen.
Sonia Lippke von der Jacobs University Bremen.  © Jonas Ginter/Jacobs University/dpa

Jeder fünfte von rund 37.000 Männern und Frauen gab 2018 an: "Ich bin einsam", wie aus den Jahresberichten der evangelischen Telefonseelsorge Stuttgart und der katholischen Stelle Ruf und Rat hervorgeht.

Die Berichte sollen am Mittwoch (10.30 Uhr) vorgestellt werden.

Unter Einsamkeit leiden nach Angaben der Psychologin Sonia Lippke, die an der Jacobs University Bremen zu dem Thema forscht, eine Vielzahl von Menschen. "Schätzungen gehen zwischen einer von zehn bis einer von sechs aus." Betroffen seien besonders Ältere mit gesundheitlichen Einschränkungen.

Es gebe aber noch zwei andere Lebensphasen, in denen die Wahrscheinlichkeit zunehme: "Wenn man zu Hause auszieht, also in den Zwanzigern, und nach neuen sozialen Gefügen sucht", sagte Lippke.

Ebenso eine Phase zwischen Mitte 40 bis Mitte 50, "wo typischerweise diejenigen, die Kinder haben, dann erleben, dass die sich abnabeln und zu Hause ausziehen".

UPDATE: 12.15 Uhr

Junge Leute besonders einsam

Da helfen auch soziale Medien nicht: Junge Menschen sind besonders einsam. (Symbolbild)
Da helfen auch soziale Medien nicht: Junge Menschen sind besonders einsam. (Symbolbild)  © DPA

Junge Menschen leiden trotz des ständigen Austauschs über soziale Medien unter Einsamkeit.

Davor warnte die Leiterin der evangelischen Telefonseelsorge Stuttgart, Martina Rudolph-Zeller, am Mittwoch. "Ich zeig meine Schokoladenseite, ich berichte von meinen Erfolgen und wie toll das alles ist, aber wo geht man denn hin mit seiner Not?"

Zum Beispiel sei der Umzug in eine fremde Stadt für Studium oder Ausbildung eine Herausforderung, die nicht allen jungen Menschen mühelos gelinge. Oft hätten sie niemanden, mit dem sie dann offen sprechen könnten.

Einsamkeit sei eines der bestimmenden Themen in der Telefonseelsorge, fügte der stellvertretende Leiter der katholischen Stelle Ruf und Rat, Bernd Müller, an. Jeder fünfte von rund 37.000 Männern und Frauen gab 2018 an: "Ich bin einsam", wie aus den Jahresberichten der beiden Stuttgarter Stellen hervorgeht.

Einsamkeit sei aber für viel mehr Anrufe der Ur-Grund - "sie heißt dann nur oft anders, verbirgt sich aber hinter vielem". Auch hinter Heimweh, Liebeskummer oder Depression stecke oft das Gefühl, allein auf der Welt zu sein.

Einsamkeit kann nicht nur im Alter zum Problem werden. (Symbolbild)
Einsamkeit kann nicht nur im Alter zum Problem werden. (Symbolbild)  © DPA

Titelfoto: DPA

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