Darum werden so viel weniger Windräder in Baden-Württemberg gebaut

Stuttgart - Der Ausbau der Windenergie im Südwesten hat 2018 deutlich an Schwung verloren. Es wurden nur noch ein Viertel so viele Windanlagen gebaut als noch zuvor.

2018 wurden in Baden-Württemberg nur 35 neue Windenergieanlagen gebaut.
2018 wurden in Baden-Württemberg nur 35 neue Windenergieanlagen gebaut.  © DPA

Im Jahr 2018 wurden nur 35 Windenergieanlagen in Baden-Württemberg gebaut. Das sind fast 90 weniger als im Jahr zuvor, teilte Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) am Mittwoch in Stuttgart mit. "Das war das erwartet schwierige Jahr."

Der Grund: Um an Fördergelder zu kommen, wurde ein Ausschreibungssystem eingeführt. In diesem ist keine Ausbauquote für den Süden Deutschlands enthalten. 2018 seien nur noch für 27 Anlagen Genehmigungen erteilt worden.

Auch EnBW-Chef Frank Mastiaux äußerte sich in Karlsruhe zu der Thematik. Aus seiner Sicht muss der Süden bei Windkraftanlagen deutlich aufholen. "Problematisch ist, dass in den vergangenen zwei Jahren fast alle Zuschläge für den Bau von Windparks an Projekte nördlich der Mainlinie gingen." Aus Transport- und Kostengründen müsse Windenergie jedoch viel stärker dort produziert werden, wo sie verbraucht wird.

"Windkraft muss deshalb gleichmäßiger verteilt werden. 25 Prozent der Windparks sollten daher südlich der Mainlinie gebaut werden", sagte der Vorstandsvorsitzende von Deutschlands drittgrößtem Stromkonzern der Deutschen Presse-Agentur.

Windkraft so stark wie Atomenergie

Ende 2018 produzierten 720 Windräder in Baden-Württemberg Strom. 44 weitere Anlagen seien genehmigt und könnten gebaut werden und somit eine Leistung von mehr als 1500 Megawatt erreicht werden.

Bei günstigem Wind produzieren alle Windräder im Südwesten zusammen etwa so viel Strom wie der noch arbeitende Block 2 des Atomkraftwerks Philippsburg. "Die Windkraft ist eine Säule der Energiewende auch in Baden-Württemberg und damit ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz", wertete Franz Untersteller die Zahlen.

Er forderte, den Süden gegenüber dem Norden - wo im Durchschnitt stärkerer Wind weht - im Wettbewerb um neue Windkraftprojekte nicht zu benachteiligen.

Umweltminister Franz Untersteller (Grüne): "Das war das erwartete schwierige Jahr."
Umweltminister Franz Untersteller (Grüne): "Das war das erwartete schwierige Jahr."  © DPA

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