UN-Mitarbeiter entführt: Gericht will Flüchtling härter bestrafen

Stuttgart - Die Entführung eines UN-Mitarbeiters 2013 in Syrien steht von Freitag (9.15 Uhr) an erneut im Mittelpunkt eines Prozesses am Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart.

Der Syrer soll den kanadischen Mitarbeiter 2013 in Syrien (im Bild: die Stadt Aleppo) entführt haben.
Der Syrer soll den kanadischen Mitarbeiter 2013 in Syrien (im Bild: die Stadt Aleppo) entführt haben.  © DPA

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hatte das Urteil gegen einen damals an der Verschleppung des Kanadiers beteiligten syrischen Flüchtling aufgehoben. Die Bundesanwaltschaft hatte Revision eingelegt.

Sie will, dass der Mann nicht nur wegen Beihilfe, sondern als unmittelbarer Täter und Mittäter verurteilt wird. Das OLG muss das Verfahren neu aufrollen und das Strafmaß neu verhandeln.

Im ersten Verfahren war der Angeklagte wegen Beihilfe zu erpresserischem Menschenraub, schwerer Freiheitsberaubung sowie Kriegsverbrechen gegen humanitäre Operationen zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Die Bundesanwaltschaft hatte im Prozess sieben Jahre gefordert. Auf ihr Rechtsmittel stellte der BGH nun die Täterschaft fest. Schließlich habe der Mann den Kanadier immer wieder selbst in sein Zimmer gesperrt.

Nach früheren Angaben der Bundesanwaltschaft war er der erste Flüchtling, der sich wegen eines Kriegsverbrechens in Syrien vor einem deutschen Gericht verantworten musste. Der kanadische UN-Mitarbeiter war 2013 verschleppt und acht Monate lang gefangen gehalten worden, ehe er entkommen konnte.

Die Entführer wollten mehrere Millionen US-Dollar Lösegeld. Der Angeklagte hielt sich in der Villa auf, wo der Mann festgehalten wurde.

Ab Freitag steht der Mann vor dem OLG in Stuttgart.
Ab Freitag steht der Mann vor dem OLG in Stuttgart.  © DPA

Titelfoto: DPA

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