Schüler zerstückelt und einbetoniert: Sicherungsverwahrung für Haupttäter?

Stuttgart - Im Stuttgarter Prozess um die nachträgliche Sicherungsverwahrung des Haupttäters im sogenannten Zementmord-Fall werden am Dienstag zwei Gutachter gehört.

Der Hauptangeklagte (2.v.r.) sitzt im Gerichtssaal vor seinen Richtern.
Der Hauptangeklagte (2.v.r.) sitzt im Gerichtssaal vor seinen Richtern.  © DPA

Ihre Aussagen sind zentral für die Entscheidung des Landgerichts Stuttgart, ob der heute 29-Jährige frei kommt. Obwohl er seine Haftstrafe von zehn Jahren abgesessen hat, will die Staatsanwaltschaft ihn nicht auf freien Fuß setzen. Von dem Mann gehe nach wie vor eine hochgradige Gefahr aus. Eine Entscheidung könnte am 9. April fallen.

Der Mann und ein Komplize hatten den 19 Jahre alten Schüler Yvan Schneider im August 2007 im Rems-Murr-Kreis mit Schlägen und Tritten getötet. Die Leiche wurde zerstückelt, in Teilen in Blumenkübel einbetoniert und im Neckar versenkt. Der Fall wurde später oft als "Zementmord" bezeichnet. Beide Haupttäter wurden zur höchstmöglichen Jugendstrafe von zehn Jahren verurteilt.

Eine zur Tatzeit 17-Jährige und ein 23-Jähriger erhielten Haftstrafen von neun und drei Jahren. Kommt der 29-Jährige jetzt frei, wird er in die Türkei abgeschoben.

UPDATE: 11.45 Uhr

Der Prozess ist mit der Vernehmung einer weiteren Zeugin fortgesetzt worden. Später sollten zwei Gutachter aussagen. Ihre Einschätzungen über den seelischen Zustand des 29-Jährigen sind zentral für die Entscheidung des Landgerichts Stuttgart, ob er frei kommt.

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