Darum spenden die Baden-Württemberger wieder mehr Organe

Stuttgart - Es ist eine gute Nachricht für Schwerkranke zum Jahresbeginn: Im vergangenen Jahr wurden im Südwesten wieder mehr Organe gespendet.

Den Anstieg der Organspenden erklärt sich die DSO etwa mit der öffentlichen Diskussion über das Thema. (Symbolbild)
Den Anstieg der Organspenden erklärt sich die DSO etwa mit der öffentlichen Diskussion über das Thema. (Symbolbild)  © DPA

Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) gab es zwischen Januar und November 118 Spender - im Vergleich zu 88 im Vorjahreszeitraum. Insgesamt wurden 2018 in dieser Zeit 389 Organe gespendet (2017: 287). Auch deutschlandweit war die Zahl der Organspenden zuletzt wieder gestiegen.

Die DSO erklärt sich den Anstieg unter anderem mit der öffentlichen Diskussion über das Thema. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) wirbt für eine Umstellung auf eine doppelte Widerspruchslösung.

Damit würde automatisch jeder als Spender gelten - man kann sich aber zu Lebzeiten ausdrücklich dagegen aussprechen.

Bisher ist es genau umgekehrt. Organentnahmen sind nur bei einer ausdrücklichen Zustimmung erlaubt.

Kann Leben retten: der Organspendeausweis.
Kann Leben retten: der Organspendeausweis.  © DPA

Bereits auf den Weg gebracht hat die Bundesregierung ein Gesetz, das für bessere Bedingungen in den Krankenhäusern sorgen soll.

Entnahmekrankenhäuser erhalten etwa mehr Geld und die Transplantationsbeauftragten mehr Zeit für ihre Aufgaben. Das Gesetz soll in der ersten Jahreshälfte in Kraft treten.

Nach Sicht der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) reichen diese Schritte jedoch noch nicht aus. "Entscheidend ist nach unserer Überzeugung, dass das Organspende-System transparent ist und die Menschen ihm vertrauen", sagte Hauptgeschäftsführer Matthias Einwag.

Im Gesetzentwurf seien lediglich einige Bausteine enthalten, die zu einer Verbesserung der Spendenzahlen beitragen könnten.

Vergangenes Jahr wurden Transplantationsbeauftragte ausgebildet, die nun ihrerseits Mitarbeiter schulen. (Symbolbild)
Vergangenes Jahr wurden Transplantationsbeauftragte ausgebildet, die nun ihrerseits Mitarbeiter schulen. (Symbolbild)  © DPA

Ein Problem sieht Einwag darin, ob es gelingt, genügend Ärzte für einen geplanten Bereitschaftsdienst mit mobilen Teams zu finden. Sie sollen Kliniken ohne eine Neurochirurgie unterstützen.

Auch sei fraglich, ob eine zeitlichen Freistellung der Transplantationsbeauftragten das geeignete Instrument sei. "Nach unserer Überzeugung ist es vielmehr entscheidend, die richtige Person für die Aufgabe des Transplantationsbeauftragten zu finden und diese zu unterstützen."

In Baden-Württemberg soll ergänzend dazu ab diesem Jahr das Personal in den Entnahmekrankenhäuser gezielt auf Aufgaben rund um die Organspende vorbereitet werden. Das teilte das Sozialministerium in Stuttgart mit.

Im vergangenen Jahr seien mehr Transplantationsbeauftragte ausgebildet worden, die nun ihrerseits Mitarbeiter in den Notfallaufnahmen und Intensivstationen schulen. Dazu gehören etwa die Erkennung von Spendern, die Hirntoddiagnostik sowie das Führen des Gesprächs mit Angehörigen.

Finanziert werden soll das nach Angaben des Ministeriums bundesweit einzigartige Projekt mit 750.000 Euro durch die Baden-Württemberg Stiftung. Beteiligt daran sind auch die DSO, die Landesärztekammer und die BWKG.

Sozialminister Manne Lucha (Grüne) erhofft sich durch das Projekt einen ähnlichen Erfolg, wie man ihn bereits bei der Stammzellenspende erreicht habe.

Hier ließen sich Menschen aus Baden-Württemberg weit überdurchschnittlich als Spender registrieren. "Wir müssen für die Patienten, die dringend auf ein Spenderorgan angewiesen sind, die gleiche Solidarität entwickeln wie bei der Bereitschaft zur Stammzellspende."

Erhofft sich für das Organspende-Projekt ähnlichen Erfolg, wie bei der Bereitschaft zur Stammzellen-Spende: Manne Lucha.
Erhofft sich für das Organspende-Projekt ähnlichen Erfolg, wie bei der Bereitschaft zur Stammzellen-Spende: Manne Lucha.  © DPA

Titelfoto: DPA

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