Europäischer Gerichtshof urteilt über Glen-Whisky aus Deutschland

Luxemburg/Berglen - Der Europäische Gerichtshof entscheidet am Donnerstag (9.30 Uhr) darüber, ob Whisky aus Deutschland mit dem Namenszusatz Glen verkauft werden darf.

Eine Flasche des Whiskys "Glen Buchenbach" steht auf einem Tisch im Hofladen der Waldhornbrennerei.
Eine Flasche des Whiskys "Glen Buchenbach" steht auf einem Tisch im Hofladen der Waldhornbrennerei.  © DPA

Die schottische Whisky-Vereinigung hatte einen Hersteller verklagt, der aus dem schwäbischen Berglen (Rems-Murr-Kreis) einen Whisky namens Glen Buchenbach vertreibt.

Die schottische Organisation sieht eine unzulässige indirekte Verwendung der geschützten geografischen Angabe Scotch Whisky. Das Wort Glen wecke eine Assoziation mit Schottland und schottischem Whiskey, findet der Verband.

Das Landgericht Hamburg, vor dem der Fall zuvor verhandelt worden war, hatte ihn an das oberste EU-Gericht verwiesen.

UPDATE: 12.05 Uhr

"Glen"-Whisky aus Deutschland könnte nach Auffassung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) unter Umständen Verbraucher verwirren. Grund ist eine mögliche Verwechslungsgefahr mit schottischem Whisky. Dies zu prüfen sei jedoch Sache des zuständigen deutschen Gerichts, befanden die obersten EU-Richter am Donnerstag in Luxemburg (Rechtssache C-44/17). Der Streit zwischen der schottischen Whisky-Vereinigung und einem schwäbischen Hersteller geht damit in die nächste Runde.

Laut den Luxemburger Richtern müsse das nationale Gericht prüfen, ob ein Durchschnittsverbraucher unmittelbar an die geschützte Angabe "Scotch Whisky" denke, wenn er ein ähnliches Produkt mit dem Namenszusatz "Glen" vor sich habe. Es genüge nicht, dass die strittige Bezeichnung eine irgendwie geartete Assoziation mit der geschützten Angabe oder dem dazugehörigen Gebiet wecken könne.

Titelfoto: DPA


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