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Keine Grabsteine aus Kinderarbeit: Nimmt sich das Ländle NRW zum Vorbild?

Nordrhein-Westfalen führt strengere Zertifizierungspflicht für mehrere Länder ein

Kinder in Steinbrüchen Asiens schuften sich zu Tode, um für den Westen Grabsteine zu bearbeiten. Der Versuch, solche Steine zu verbannen, scheiterte. Bis jetzt?

Mannheim - Wenn an Allerheiligen oder Allerseelen Menschen die Gräber ihrer Angehörigen besuchen, könnten sie auch Grabsteine passieren, die aus Kinderarbeit stammen.

Ein kleiner Junge sitzt in der indischen Provinz Rajasthan mit einem Hammer auf Marmorsteinen.
Ein kleiner Junge sitzt in der indischen Provinz Rajasthan mit einem Hammer auf Marmorsteinen.

Und das trotz langwieriger Bemühungen, solche Steine von deutschen Friedhöfen zu verbannen. Aber der Kampf gegen Kinderarbeit ist geprägt von juristischen Fallstricken.

So lief eine Gesetzesnovelle für kinderarbeitsfreie Grabsteine der damaligen grün-roten Landesregierung im Südwesten von 2012 ins Leere: Nach ihr sollte das Verbot von Grabsteinen aus Kinderarbeit in die Friedhofssatzung aufgenommen werden können.

Es fehlte seitens der Kommunen nicht an gutem Willen, aber Gerichte kassierten die schon vorgenommenen Satzungsänderungen wieder ein. Denn es gebe kein anerkanntes Zertifikat für Grabsteine ohne Kinderarbeit. Daher könne Steinmetzen der Nachweis nicht zugemutet werden.

Für die Kommunen und Religionsgemeinschaften im Südwesten gibt es deshalb derzeit keine Möglichkeiten mehr, Grabsteine aus Kinderarbeit explizit zu verbieten. Auch der Gemeindetag hat den entsprechenden Passus aus seiner Musterfriedhofssatzung entfernt.

Doch andernorts gibt es Bewegung, die im Südwesten mit Interesse verfolgt wird. Nordrhein-Westfalen führt auf Grundlage eines Gutachtens der Hochschule Düsseldorf eine strenge Zertifizierungspflicht für bestimmte Länder ein. Vom kommenden Jahr an müssen Grabmäler und Grabeinfassungen aus Naturstein, die aus China, Indien, den Philippinen oder Vietnam importiert werden, als kinderarbeitsfrei zertifiziert werden.

Die meisten Natursteine, die in Europa verbaut werden, stammen laut der Organisation Fair Stone aus Asien. In NRW werden Verstöße gegen das verpflichtende Verbot mit bis zu 3000 Euro Geldbuße geahndet.

Verbot scheiterte an fehlenden Siegeln

Das Ressort von Minister Lucha (Foto) hat einen Vorschlag.
Das Ressort von Minister Lucha (Foto) hat einen Vorschlag.

Benjamin Pütter von der Arbeitsgemeinschaft Entwicklungshilfe, der seit Jahrzehnten gegen Kinderarbeit kämpft, rät nicht nur dem Land Baden-Württemberg, sich an Nordrhein-Westfalen zu orientieren.

Nach Ansicht Pütters ist solch ein Zwang überall vonnöten. Lösungen auf freiwilliger Basis nützten nichts. "Wofür haben wir den Gesetzgeber gewählt?" In Nordrhein-Westfalen fehle noch die Festlegung der Zertifizierungsstellen, die ihrerseits immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden müssten.

Dazu gehören etwa Fair Stone oder der Verein XertifiX, die beide dem Vernehmen nach bald staatlich anerkannt werden. Das Fehlen seriöser Siegel war Grund für die Gerichtsentscheidungen gegen Verbote von Grabsteinen aus Kinderhand.

Kinderrechtler Pütter ermutigt die Bundesländer: "Ihr müsst das Rad nicht neu erfinden, schaut nach NRW."

Er habe vor einigen Jahren in Indien acht Export-Steinbrüche unangekündigt besucht - in sieben davon habe er Kinder unter verheerenden Bedingungen malochen gesehen. Ohrenstöpsel, Arbeitsschuhe, Atemmasken, Hitzeschutz - Fehlanzeige. Von Schulbildung konnten die Kinder nur träumen. Die Lebenserwartung liege wegen der Erschütterungen und des Staubs bei 40 Jahren.

Laut Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) werden weltweit mehr als eine Million Kinder in Bergwerken oder Steinbrüchen ausgebeutet. Durch die Billig-Produktion verzerrt sich der Wettbewerb erheblich: Pütter zufolge kostet in Deutschland der Stein aus Entwicklungsländern nur halb so viel wie der aus Europa.

Keine Gefahr bei Steinen aus der EU

Grabsteine in Deutschland - stammen sie aus Kinderarbeit? (Symbolbild)
Grabsteine in Deutschland - stammen sie aus Kinderarbeit? (Symbolbild)

In Baden-Württemberg steht es den Steinmetzen frei, ob sie ihre Steine zertifizieren lassen. Das Sozialministerium argumentiert, derzeit seien keine Belege oder Zertifikate verfügbar, die die gesamte Wertschöpfungskette bei Grabsteinen zum Beispiel von Indien über China und Vietnam zuverlässig abbilden.

Solange dies der Fall sei, könne Steinmetzen bei ihrer Materialbeschaffung nicht der Nachweis über den Ausschluss ausbeuterischer Kinderarbeit aufgebürdet werden. Man werde die Erfahrung mit der Regelung in Nordrhein-Westfalen aber im Blick behalten.

Um dennoch Kinderarbeit zu verhindern, schlägt das Ressort von Minister Manne Lucha (Grüne) den Friedhofsträgern vor, in ihren Satzungen eine Information an die Hinterbliebenen aufzunehmen.

Tenor: Bei Steinen, die außerhalb des EU-Raumes gebrochen und bearbeitet werden, kann nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass gegen die ILO-Konvention 182 zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit verstoßen wird.

Bei Steinen aus EU-Ländern – etwa Granit aus Polen und Finnland, Marmor aus Italien und Portugal – bestehe die Gefahr solcher Verstöße nicht.

Das Ministerium setzt damit auf verantwortungsbewusste, mündige Kunden. Neben der Landesregierung glauben auch die Steinmetze an die Kraft der Überzeugung. Landes- und Bundesinnungsmeister Gustav Treulieb sieht ebenfalls die Probleme, die ein Zertifikat für Importe aus Übersee mit sich bringt. "Man weiß nicht, was die wert sind."

Wer auf der sicheren Seite stehen wolle, müsse Material aus Europa kaufen, wie er es in seinem eigenen Betrieb verwende. Doch er bezweifelt, dass das durchschlagende Wirkung auf globale Arbeitsbedingungen haben würde: "Wir können an der Friedhofsmauer die Weltwirtschaft nicht ändern."

Fotos: DPA

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