Meine Meinung: Greta Thunbergs Heiligenschein hat jetzt 'ne Delle

Stuttgart - Greta Thunberg ist eine Symbolfigur: Für die eine Seite ist sie die Klimaheilige, die uns Sünder auf den rechten Pfad leitet. Für die anderen das Herzstück einer gut geschmierten PR-Maschine.

Greta in Plymouth, vor ihrer Abfahrt zum UN-Klimagipfel.
Greta in Plymouth, vor ihrer Abfahrt zum UN-Klimagipfel.  © DPA

Im Kampf gegen den Treibhausgas-Ausstoß wollte die 16-Jährige klimaschonend mit dem Segelboot "Malizia II" (gehört einem Stuttgarter) nach New York reisen. Da jubelten erwartungsgemäß ihre Anhänger von "Fridays for Future".

Doch nun kommt heraus: Die PR-Maschine rund um Greta hat mächtig Sand im Getriebe! Denn jetzt vermeldet die taz, dass die oberste Klimaschützerin nicht nur Treibhausgase verursachen wird, sondern sogar noch mehr, als wenn sie einfach gleich mit dem Jet geflogen wäre!

Denn der Gag ist der: Während Greta klimaneutral reist, muss die "Malizia II", die der Stuttgarter Immobilienunternehmer Gerhard Senft sein Eigen nennt, nach dem Trip irgendwie wieder zurück kommen.

Dafür müssen dann wohl fünf Mitarbeiter in den "Big Apple" jetten, schreibt die taz.

Sechs Flüge statt zwei

Die "Malizia II" muss nach dem Trip zurück gebracht werden. Die Crew fliegt.
Die "Malizia II" muss nach dem Trip zurück gebracht werden. Die Crew fliegt.  © DPA

"Natürlich fliegen die da rüber, geht ja gar nicht anders", so Andreas Kling (seines Zeichens Pressesprecher von Skipper Boris Herrmann) gegenüber der Zeitung.

Und auch Skipper Herrmann nimmt den Jet zurück. Macht also sechs Flüge. Anstatt zwei, wenn Greta und ihr Vater geflogen wären.

Die 16-Jährige will ich gar nicht mal in Bausch und Bogen verdammen. Auch wenn mir der Trubel um sie langsam auf den Keks geht. Vielleicht nimmt sie von der Aktion ja sogar mit, dass es so einfach mit dem CO2-Einsparen halt nicht geht, wie man sich das (vielleicht auch etwas naiv) denkt.

Klar ist aber definitiv: Der PR-Bohei um die 16-Jährige hat dadurch 'nen Knacks bekommen. Man könnte auch sagen: Der makellose Heiligenschein der Klima-Ikone hat 'ne ordentliche Delle.

Und es ist nicht das erste Mal. Zumal sie ja erst vor wenigen Tagen in die Kritik geriet, weil sie sich mit Vermummten im Hambacher Forst ablichten ließ. Und Journalisten ließ sie einfach rauswerfen, als die ihren Job machten - und über die Zwistigkeiten unter den Klimajüngern schrieben.

Und der nächste Akt des ganzen Greta-Tohuwabohus steht ja noch aus: Denn vom UN-Klimagipfel in New York muss sie ja auch wieder irgendwie weiter reisen...

TAG24-Redakteur Patrick Hyslop.
TAG24-Redakteur Patrick Hyslop.  © privat

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